Chiphersteller senkt Preise
Gewinneinbruch bei Intel

Der rückläufige PC-Absatz, die Konjunkturabkühlung und der anhaltende Preiskampf haben den Gewinn des weltgrößten Chipherstellers Intel Corp im zweiten Quartal einbrechen lassen. Wie Intel am Dienstag nach Börsenschluss mitteilte, fiel der Nettogewinn im Berichtsquartal um 76 % auf 854 Mill. $ (1,938 Mrd. DM) von 3,5 Mrd. $ ein Jahr zuvor.

Reuters SAN FRANCISCO. Den Gewinn je Aktie bezifferte Intel auf 12 Cents verglichen mit 50 Cents im Vorjahr. Damit lag das Ergebnis aber über den Erwartungen der Analysten, die im Durchschnitt mit 10 Cents gerechnet hatten. Im nachbörslichen Handel auf dem elektronischen System Instinet wurde die Intel-Aktie mit 29,67 $ notiert und damit etwas unter dem Schlusskurs vom regulären New Yorker Börsengeschäft von 29,90 $.

Der Umsatz ging den Angaben zufolge um 24 % auf 6,3 Mrd. $ von 8,3 Mrd. $ zurück. Für das dritte Quartal prognostizierte Intel einen Umsatz zwischen 6,2 Mrd. $ und 6,8 Mrd. $. Analysten sagten, dass diese Schätzung äußerst weitläufig sei. "Ihre Prognose ist sehr breit", sagte Justin McNichols, Portfolio Manager bei der in San Francisco ansässigen Osborne Partners Capital Management, die Intel-Aktien im Depot hat. "Was die Bullen erhofft hatten, war eine Art unveränderte Vorhersage, und das ist es, was sie nun ungefähr erhalten haben", fügte McNichols hinzu.

"Die Ergebnisse hätten viel schlechter sein können, wenn die Chip-Auslieferungen nicht so unerwartet hoch ausgefallen wären", sagte Intel-Finanzchef Andy Bryant. Die Auslieferungen hätten sich im zweiten um 6 % erhöht, fügte er hinzu. Das sei für die Saison etwas überdurchschnittlich gewesen. "Das gibt uns das Vertrauen, dass wir eine saisonal stärkere zweite Jahreshälfte, die wir normalerweise erleben, auch sehen werden", sagte er weiter. Im zweiten Quartal 2001 sei außerdem ein Kapitalgewinn von 2,1 Mrd. $ aus dem Verkauf von Investitionen enthalten gewesen.

Intel führte den Gewinneinbruch neben der schwachen Konjunktur und der schleppenden Nachfrage auf auf den Preiskampf mit dem Konkurrenten Advanced Micro Devices (AMD) zurück. Wie Intel auf seiner Website am Dienstag bekannt gab, hat das Unternehmen die Preise einiger Pentium-III- Mikroprozessoren um bis zu 37 % gesenkt. Ein-Gigahertz-Pentium-III-Chip kostet nun noch 401 nach bislang 637 $. Intel senkt üblicherweise das ganze Jahr über die Preise für Prozessoren, um die Nachfrage zu erhöhen. In diesem Fall betreffen die Preissenkungen Chips für mobile Computer.

AMD hatte in der vergangenen Woche angekündigt, das Unternehmen wolle auf dem Markt für Laptops einen 50-Prozent-Anteil erreichen. Wie Intel weiter mitteilte, soll die 900-Megahertz-Version des Pentium III künftig 268 statt 423 $ kosten. Der Preis für den 850-MHz-Prozessor solle um 31 % fallen. Der 800-MHz-Prozessor verbillige sich um 26 %, der 750-MHz-Chip um 18 %. Außerdem werde der Celeron Chip um 14 % und der 933-MHz-Pentium-III um elf Prozent günstiger angeboten. Prozessoren bilden das Herzstück eines Personalcomputers.

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