Chipkonzern hält Risiko bei Südkoreanern für zu groß
Infineon bricht Gespräche mit Hynix ab

Der Chipkonzern Infineon Technologies AG hat seine Kooperationsgespräche mit dem koreanischen Konkurrenten Hynix Semiconductor Inc. ergebnislos abgebrochen. "Die erhofften Synergien wären nur schwer und mit großem Risiko zu erreichen gewesen", sagte ein Infineon-Sprecher am Mittwoch in München. Die Technologien der beiden Unternehmen hätten nicht zueinander gepasst. Seit einer Woche hatte ein Infineon-Team die Werke von Hynix gründlich unter die Lupe genommen.

jojo/vwd MÜNCHEN. Gleichzeitig wurde bekannt, dass das US-Unternehmen Micron Technology Inc. bereit sei, eine strategische Allianz mit Hynix zu bilden. Das bekräftigte Hynix-Präsident und CEO Park Chong-sup am Mittwoch unmittelbar nach der Rückkehr von Gesprächen mit Micron. "Wir haben eine Übereinkunft in Bezug auf den Preis und zu anderen wichtigen Punkten erreicht", erklärte Park. Er werde jetzt beim Verwaltungsrat und den Gläubigerbanken um Unterstützung für den Deal werben. Micron könne das Hynix-Speicherchip-Geschäft dann für rund 4 Mrd. $ übernehmen.

"Innerhalb einer Woche werden wir die Gebote prüfen und unsere endgültige Entscheidung treffen", sagte Park. Südkoreanische Zeitungen berichteten, dass Hynix und Micron eine Absichtserklärung frühestens Anfang nächster Woche unterzeichnen können. Danach werde es noch ein bis zwei Monate dauern, ehe ein bindendes Abkommen unter Dach und Fach sei. Die Frage der Verbindlichkeiten von Hynix über mehr als 6 Mrd. $ bleibe noch zu klären.

Infineon ist damit in Korea nicht zum Zuge gekommen, obwohl der deutsche Chip-Hersteller in den vergangenen 14 Tagen intensiv mit Micron über eine Allianz gesprochen hat. Dabei verhandelten die Münchener aber neben einer Kooperation im Speicherchip-Bereich vor allem über eine Zusammenarbeit bei anderen Arten von Halbleitern.

"Wir sind alleine stark genug", wiederholte ein Infineon-Sprecher gestern die Durchhalte-Parolen des Managements, das bereits im Dezember in Kooperationsgesprächen mit Toshiba gescheitert war. Damals kam die Allianz nicht zu Stande, weil sich Infineon nicht an der Sanierung der Speicherchip-Sparte der Japaner beteiligen wollte. Im Fall von Hynix war es offenbar aber die veraltete Technologie der Koreaner, die Infineon zum Rückzug bewogen hat.

Die Aussicht auf eine Zusammenarbeit mit Hynix hat dem Kurs der Infineon-Aktie in den vergangenen Tagen einen mächtigen Schub gegeben. Wegen der Überkapazitäten auf dem Speicherchip-Markt wartet die Branche sehnlich auf Zusammenschlüsse der großen Hersteller. Gestern legte der Infineon-Aktienkurs in einem positiven Umfeld um rund 2 % auf rund 25,3 Euro zu.

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