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Chipsektor im Plus

Chip, Chip hurra! Kennen Sie den abgedroschenen Ausruf noch? Nach langer Abstinenz darf man an Börsentagen wie diesem die Hymne wieder herauskramen. Zu verdanken haben wir die Renaissance der Chipwerte zur Wochenmitte Salomon Smith Barney. Auch der Telekommunikationssektor zog den Nasdaq Index ins Plus. Der Dow Jones Index konnte sich bis Handelsschluss von den größten Kursverlusten erholen, schloss jedoch im Minus. Das Börsenbarometer griff noch einmal nach der Marke von 10 000 Punkten und schloss bei 10 013 Zählern.

Zu den größten Gewinnern zählten am Mittwoch die Aktien von Intel, Applied Microsystems und Vitesse. Die beflügelnden Worte kamen von Salomon Smith Barney. Analyst Jonathan Joseph erhöhte am Mittwoch die Bewertung für zwölf Chipwerte. Neben Intel, Micron Technology und Texas Instruments stufte er auch Xilinx auf. Die Auftragslage des Sektors sei mittlerweile so schlecht, dass sie sich nicht mehr viel verschlechtern könnte. Investoren vertrauen seit der Korrektur auf den Spürsinn des Analysten. Er hatte den Beginn der Korrektur damals sehr früh vorausgesagt. Nun hoffen die Markteilnehmer, dass er mit seiner Einschätzung für den Chipsektor erneut den richtigen Riecher hatte. Bis Ende des Jahres werde sich die Branche wieder erholen, so Joseph. Alle aufgestuften Werten verbuchten Kursgewinne im bis zu zweistelligen Prozentbereich. Applied Materials, Xilinx und Applied Micro Circuits, Novellus und KLA-Tencor notierten ebenfalls im Plus.

Auch die Aktien von Cisco Systems, dem weltgrößten Hersteller von Netzwerkkomponenten und Lucent Technologies, der weltgrößte Hersteller von Telefonkomponenten legen an Wert zu.

Unter Druck gerieten dagegen die Werte der Konsum- und Einzelhandelsunternehmen. Anleger schichteten zudem ihr Kapital von dem Pharmasektor zugunsten der Technologiebranche um. Neben Merck, Johnson & Johnson und Pharmacia notieren auch Immunex im Minus. Auch Computeraktien, die in den vergangenen Tagen aufsteigende Tendenzen gezeigt haben, tendieren wieder etwas schwächer. Bei den Titeln der Einzelhändler stellte Best Buy die goldene Ausnahe dar. Außer der Elektronik-Kette notierten Wal-Mart, Bed Bath & Beyond und andere Einzelhandelwerte im Minus.

Einen Teil der Kursverluste können die Gewinne bei Bank- und Brokerwerten ausgleichen. Goldman Sachs stuft Lehman Brothers auf "Market Outperformer" auf und sorgt dafür in dem Segment für positive Stimmung. Lehman Brothers sei im Vergleich zu den Konkurrenten sehr günstig bewertet. Die Fundametaldaten hätten sich jedoch noch nicht verbessert. Das Geschäft mit Neuemissionen und Fusionen sei weiter schwach. Die Aktie legt nach Handelsbeginn über sechs Prozent zu. Auch die Citigroup, die Bank of America und Morgan Stanley Dean Witter verbuchen deutliche Gewinne. J.P. Morgan kletterte zur Wochenmitte auf das Siegertreppchen der Dow Jones Werte.

Für Ölwerte war der Mittwoch dagegen ein schwacher Tag. Nachdem die Aktien in den vergangenen drei Tagen an Wert zulegen konnten, mussten Exxon und Texaco Einbußen hinnehmen. Nachdem Chevron noch am Dienstag auf dem Jahreshöchststand notierte, verlor auch die Aktie im Tagesverlauf.

Die Quartalszahlen und die trüben Zukunftsaussichten bei Mobiltelefonhersteller Motorola prallten an den Markteilnehmern dagegen fast regungslos ab. Der zweitgrößte Mobiltelefonhersteller der Welt hatte nach enttäuschenden Quartalszahlen einen geringeren Chipumsatz für das zweite Quartal angekündigt.Nach einem Handelstag in der Gewinnzone drehte der Wert im späten Handel jedoch ins Minus.

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