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Chipwerte erneut gefragt

Die US-Aktienmärkte eröffnen freundlich. Vor allem die Aktien der Netzausrüster und der Chip- und Softwareindustrie legen zu. Intel, Oracle und Microsoft treiben den Nasdaq Index in die Gewinnzone.

Das Börsenbarometer notiert bereits eine halbe Stunde nach Handelsstart 1,2 Prozent im Plus. Der Dow Jones Index legt fast 0,8 Prozent zu. Kursgewinne bei Intel lassen auch diesen Index abheben. IBM und 3M gehören den zweiten Tag in Folge zu den starken Titeln.

Die Anleger konzentrieren sich auch heute auf Unternehmensnachrichten und Analystenkommentare. Gute Wirtschaftsdaten unterstützen am Morgen die Stimmung. Die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung stiegen in der vergangenen Woche nicht wie erwartet auf 390 000. Im Gegenteil: Sie fielen mit 346 000 Anträgen sogar unter den Vorwochenstand von 369 000 Anträgen.

Mit positiven Kommentaren versucht Intels Management erfolgreich die gestrige Rally im Chipsektor auch in den heutigen Tag hinüber zu retten. Das Management des weltgrößten Chipherstellers rechnet bis Jahresende mit einer Erholung der Computernachfrage. Sowohl der nahende Beginn des neuen Schuljahres und die damit in den USA traditionell steigende Nachfrage nach Computern als auch das Weihnachtsgeschäft dürften zu einer saisonal bedingten Erholung führen. Mit der Vermutung, dass "der Chipsektor das Schlimmste überstanden" habe, hatten die Analysten von Merrill Lynch gestern für Einkaufsstimmung im Chipsektor gesorgt. Neben der Aktie von Intel notieren auch die Werte von Texas Instruments und Altera stärker.

PMC Sierra gewinnt fast acht Prozent. Die Aktie des Chipherstellers wird in den S&P 500 Index aufgenommen, nachdem das Papier von Quaker Oats aus dem Index ausscheidet. PepsiCo wird den Lebensmittel- und Getränkehersteller für knapp 14 Milliarden Dollar übernehmen. Pepsi gewinnt durch die Übernahme zehn Prozent an Marktanteil im Getränkemarkt hinzu. Konkurrent Coca-Cola hatte sich einst vergeblich um Quaker Oats bemüht. Zunächst notierte die Aktie von PepsiCo nach Bekanntgabe der Übernahme schwächer, im frühen Handel kann das Papier fast 1,8 Prozent an Wert zulegen. Der Titel von Quaker Oats notiert 1,6 Prozent im Plus.

Ebenfalls erfreulich geht es bei Chiquita Banana Konkurrent Fresh Del Monte zu. Der Fruchtkonzern erwirtschaftete im vergangenen Quartal einen Gewinn von 77 Cents pro Aktie und übertraf die Analystenerwartungen damit um satte 17 Cents. Die Analysten von Bear Stearns hatten damit gerechnet, dass das Unternehmen die Prognosen übertreffen werde. Die Aussichten für das zweite Halbjahr dürften zudem positiv ausfallen, so die Experten. Fresh Del Monte vertreibt vor allem Bananen. Durch Angebotrückgänge stieg der Preis für die Frucht in den Sommermonaten um 150 Prozent. Die Analysten rechnen für erste Jahreshälfte des kommenden Geschäftsjahres mit einem weiteren Angebotsrückgang. Somit stehen die Chancen auf einen weiteren Preisanstiege gut. Sie empfehlen die Aktie zum Kauf. Das Papier legt sieben Prozent zu.

Auch IM Sektor der Computer-Dienstleister gibt es gute Nachrichten. Computer Sciences gewinnt sieben Prozent an Wert, nachdem der drittgrößte US-Computer-Dienstleister im ersten Quartal die Analystenerwartungen mit einem Gewinn von 28 Cents pro Aktie leicht übertreffen konnte. Der Umsatz stieg um zehn Prozent auf 2,7 Milliarden Dollar. Trotz des schwierigen Branchenumfelds sollte sich das Fiskaljahr 2002 zufriedenstellend entwickeln. So sei im zweiten Quartal mit einem Umsatzwachstum von mindestens zehn Prozent zu rechnen. Der Gewinn soll um die 40 Cents pro Aktie liegen. Die durchschnittlichen Analystenschätzungen liegen bei 41 Cents.

Global Crossing büßt dagegen an Wert ein, nachdem das Unternehmen den Verlust im zweiten Quartal weiter ausgebaut hat. Der Betreiber eines weltweiten Telefon- und Datennetzes erwirtschaftete in den vergangenen drei Monaten einen Verlust von 78 Cents pro Aktie. Im Vorjahresquartal lag der Verlust noch zwölf Cents niedriger. Hohe Kosten sind für das schlechtere Ergebnis verantwortlich. Das Unternehmen zieht nun Konsequenzen und wird 2000 Stellen streichen und damit 15 Prozent der Arbeitskräfte entlassen. Darüber hinaus sollen räumliche Umstrukturierungsmaßnahmen helfen, die jährlichen Kosten von 170 Millionen Dollar auf 160 Millionen Dollar zu reduzieren. Die Aktie verliert über vier Prozent.

Trübe Stimmung herrscht auch bei Kosmetikhersteller Revlon. Der drittgrößte US- Kosmetikkonzern meldet bereits im elften Quartal in Folge einen Verlust. Die enttäuschenden Resultate seien auf teure Umstrukturierungsmaßnahmen zurückzuführen, so die Konzernleitung. Die Aktie notiert vier Prozent schwächer.

© Wall Street Correspondents Inc. .

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