Chipwerte im Mittelpunkt
Neuer Markt schwächer

Nach der Veröffentlichung der überraschend stark gestiegenen US-Arbeitslosenquote im August ist der Neue Markt nach einer zuvor fast unveränderten Tendenz um rund zwei Prozent eingebrochen und auf neue Tiefstände gefallen. "Wir brauchen steigende Unternehmensgewinne. Die wird es aber nicht in einer schlappen Konjunktur geben", sagte ein Händler.

Reuters FRANKFURT. Wegen dieser Aussichten falle der Neue Markt weiter. "Die Zinsen spielen keine Rolle mehr. Es geht jetzt nur noch um Unternehmensgewinne", sagte der Händler. Ohne steigende Kurse an der US-Technologiebörse Nasdaq werde sich auch der Neue Markt nicht nachhaltig erholen. Seit Wochenanfang hat das deutsche Wachstumssegment rund zehn Prozent an Wert eingebüßt.

Der alle Werte umfassende Nemax-All-Share-Index gab bis zum frühen Nachmittag 1,41 % auf 966 Punkte nach. Der Auswahlindex Nemax50 rutschte um 1,79 % auf 924 Zähler. Im Handelsverlauf markierte der All-Share-Index bei 961 Stellen ein Jahrestief und der Auswahlindex ein Rekordtief bei 919 Punkten. Bereits am Vortag hatten die Indizes deutlich nachgegeben und erstmals beide unterhalb der Marke von 1 000 Punkten geschlossen. Die US-Technologiebörse Nasdaq hatte den Handel rund drei Prozent leichter bei 1 705 Stellen verlassen. Der Nasdaq-Future tendierte am frühen Freitagnachmittag 12,5 Punkte leichter.

Im Mittelpunkt des Handels standen die Chipwerte des Wachstumssegmentes, die Händlern zufolge wegen einer positiven Analystenbewertung der europäischen Halbleiter-Branche deutlich zulegen konnten. Die beiden Chip-Händler CE Consumer und ACG stiegen jeweils um mehr als drei Prozent. Der Aktienkurs von Aixtron , dem ebenfalls im Nemax50 gelistete Anlagenhersteller für Verbindungshalbleiter, erhöhte sich um rund ein Prozent auf 22,35 Euro. Am Vormittag hatte die Investmentbank Goldman Sachs die Bewertung des europäischen Halbleitersektors mit "Übergewichten" wieder aufgenommen. Die Aktien seien in Europa günstiger als in anderen Regionen und zudem überverkauft.

T-Online im Plus

Über fünf Prozent auf 1,25 ? legten die Anteilsscheine des Softwareherstellers Broadvision zu. Händler erklärten die Kursentwicklung mit einer technischen Erholung, nachdem die Titel seit Anfang August 70 % an Wert verloren haben.

Gut behauptet tendierten die Titel von T-Online . Am Vormittag hatten die Analysten der Deutschen Bank die Aktien von Europas größtem Internetanbieter auf "Buy" von zuvor "Market Perform" hochgestuft.

Ohne tagesaktuellen Meldung verloren die Papiere von EM.TV über 9 % auf 1,93 ?. Primacom büßte mehr als sieben Prozent auf 3,84 ? ein. Der Mainzer Kabelnetzbetreiber erwartet Vorstandssprecher Paul Thomason zufolge für das Gesamtjahr 2001 einen Umsatzanstieg um 27 % auf 158 (Vorjahr: 124,3) Mill. ?. Einen Jahresüberschusses werde die Gesellschaft frühestens im Jahr 2004 schreiben.

Von den zehn Sektoren des Neuen Marktes ragten die überdurchschnittlichen Verluste der Biotech-Branche heraus, deren Sektorenindex knapp drei Prozent nachgab. Dabei verloren die Titel von Lion Bioscience über sechs Prozent auf 13,07 ?. Das Nemax50-Schwergewicht Qiagen büßte knapp drei Prozent auf 19,72 ? ein. Händler führten die Verluste besonders auf die am Vormittag schwache Marktverfassung zurück. Händler sagten, die Investoren würden sich im Zuge des Ausverkaufs am Neuen Markt nun auch aus den soliden Werten verabschieden.

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