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Chipwerte machten das Rennen

Die Wall Street blickt auf eine erfreuliche Börsenwoche. Der Dow Jones-Index verbesserte sich im Wochenvergleich um 0,9 Prozent auf 10 513 Punkte. Die Nasdaq Index zog um 1,8 Prozent auf 2066 Punkte an. Nach einem zunächst fast langweiligen Wochenstart kamen die US-Märkte zur Wochenmitte erst richtig in Schwung. Vor allem die Chipwerte machten das Rennen. Sieben Handelstage in Folge konnten die Chipbranche an Wert zulegen Das gab es das letzte Mal vor fünf Jahren. Der Philadelphia Halbleiter-Index gewann um 20 Prozent an Wert zu. Unterstützung bekam die Branche zur Wochenmitte vor allem von Investmenthaus Merrill Lynch. Die Halbleiterbranche habe das Gröbste hinter sich. Die globale Nachfrage habe im Chipsektor die Talsohle erreicht. Mit dieser Bemerkung machten die Analysten den Anlegern Hoffung. Auf Merrill Lynch Einkaufsliste standen unter anderem die von STMicroelectronics, Texas Instruments, Analog Devices und Micron Technology.

Das Management von Chipgigant Intel ließ sich nicht lange bitten und unterstützte den positiven Trend mit optimistischen Kommentaren zum Computersektor. Sowohl der nahende Beginn des neuen Schuljahres und die damit in den USA traditionell steigende Nachfrage nach Computern als auch das Weihnachtsgeschäft dürften zu einer saisonal bedingten Erholung führen, so Intels Vorstandschef Craig Barrett. Er rechnet bis Jahresende mit einer Erholung der Computernachfrage. Die Aktie von IBM, Hewlett-Packard und Dell gewannen daraufhin an Wert.

Der Automobilbranche ging es dagegen am Donnerstag kurzzeitig an den Kragen. General Motors verbuchte im Juli ein Absatzminus bei Automobilen von neun Prozent, Ford verkaufte 14 Prozent und DaimlerChryslers US-Ableger Chrysler drei Prozent weniger Pkws als im Vorjahreszeitraum. Somit fielen die Absatzzahlen der gesamten Branche durchschnittlich um viereinhalb Prozent. Gemessen an den Vorjahren sind die Verkaufszahlen jedoch auf einem relativ hohen Niveau und auch besser, als noch vor einigen Monaten von Analysten befürchtet wurde. Für die Einbußen der US-amerikanischen Unternehmen ist vor allem die starke Konkurrenz aus Übersee verantwortlich. So konnten beispielsweise Toyota und Volkswagen Marktanteile hinzu gewinnen. Der Absatz von Volkswagen USA kletterte im Juli um sechs Prozent.

Von der Fülle an gemischten Wirtschaftsdaten ließen sich die Anleger in der vergangenen Handelswoche nicht beeindrucken. Das Konsumentenvertrauen ging im Juni stärker zurück als erwartet. Die Daten zur Industrieproduktion fielen ebenfalls nicht erfreulich aus. Besser als erwartet präsentierten sich dann schließlich die Arbeitsmarktdaten. Nicht nur die wöchentlich gemessenen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung sondern auch die Arbeitslosenquote für Juli fiel niedriger aus als erwartet und blieb mit 4,5 Prozent gegenüber dem Vormonat unverändert. Die Stundenlöhne stiegen wie erwartet um 0,3 Prozent. Überraschenderweise wurden im Juli lediglich 42 000 Stellen gestrichen. Analysten hatten mit einem Abbau von 50 000 Stellen gerechnet. Doch diese Daten luden nicht zum Feiern ein, denn die Kehrseite der Medaille gibt es bekanntlich auch: Die US-Notenbank könnte nun geringeren Anlass haben, die US-Leitzinsen auf der nächsten Sitzung am 21. August zu senken. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob die Arbeitslosendaten für August nach der Entlassungswelle der vergangenen Wochen im Rahmen der Erwartungen ausfallen werden.

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