Chipwerte werden gemieden
Europas Aktienmärkte ausnahmslos schwächer

Die europäischen Aktienbörsen haben am Mittwoch gegen Mittag ausnahmslos schwächer tendiert. Händler erklären dies als Reaktion auf die schwachen Vorgaben der US-Leitbörsen vom Vortag. Im Speziellen seien Bankenwerte von den enttäuschend ausgefallenen Zahlen des schweizerischen Bankkonzers Credit Suisse Group belastet worden.

Reuters FRANKFURT. Der DJ-Stoxx50-Index büßte über 2 % auf 2674 Punkte ein. Händler sagten, die europäischen Märkte hätten auf die schwachen Vorgaben der US-Leitbörsen vom Vortag reagiert. Die Wall Street hatte in Folge eines trüben Konjunkturausblicks der US-Notenbank Fed deutlich nachgegeben. Zudem lasteten eine Reihe negativer Unternehmensnachrichten auf den Märkten. Bankenwerte seien von den enttäuschend ausgefallenen Zahlen des schweizerischen Bankkonzers Credit Suisse Group belastet worden. Credit Suisse hatte einen grösseren als erwarteten Verlust für das zweite Quartal ausgewiesen. Der ex-Dividende gehandelte Wert büßte zeitweise über 8 % ein.

Versicherer seien von den schwachen Ergebniszahlen der deutschen Allianz belastet worden. Der Wert büßte 3 % ein. Zuvor hatte Allianz überraschend hohe Verluste seiner Tochter Dresdner Bank bekannt gegeben. Gemieden wurden auch Chipwerte. Diese seien nach einem schwachen Ausblick des US-Herstellers von Geräten für die Chipindustrie, Applied Materials vom Vortag unter Druck geraten. Philips verloren zeitweise rund 4 %. ASML büssten gar über 5 % ein. Nicht besser erging es Werten aus der Werbebranche. Der Sektor stand wegen den am Dienstag veröffentlichten Zahlen des US-Branchenriesen Interpublic unter Druck. Zudem habe Interpublic erklärt, die Bilanzen zurückliegender Jahre wegen unsauberer Buchungen zu revidieren. Die Titel von Havas, Publicis und der britischen WPP notierten alle im Minus. Vivendi verloren über 7 % nach der Bekanntgabe gemischt ausgefallener Halbjahresergebnisse.

London

An der Londoner Börse notierte der FTSE-100-Index über 1,5 % schwächer bei 4201 Zählern. Händler verwiesen dabei auf schwache Bankenwerte, die teilweise ex-Dividende gehandelt wurden. Llyods büssten über vier % ein. Barclays verloren rund 3 %. Unter Druck standen auch schwer gewichtete Ölwerte. BP gaben über 1,5 % nach, während Shell sich um über 2 % ermässigten. Beide Werte wurden ex-Dividende gehandelt. ZÜRICH - Ein als enttäuschend beurteiltes Quartalsergebnis des Finanzkonzerns CS Group , Verluste an den US-Aktienbörsen und ein nachgebender Dollar haben den Schweizer Aktien zugesetzt. Der SMI notierte 1,11 % tiefer auf 5265 Punkten. Händler sagten, vor allem das Ergebnis der CS habe die Kurse gedrückt. Beim Kursrückgang der CS-Aktie müsse jedoch berücksichtigt werden, dass per heute (Mittwoch) den Aktionären die Nennwertreduktion um zwei sfr je Aktie ausgeschüttet werde. Dagegen habe sich Roche, die im ersten Halbjahr die Erwartungen der Experten ebenfalls nicht erfüllen konnte, nach anfänglichen Verlusten auffangen können.

Paris

Der CAC-40-Index der Pariser Börse verlor angeführt von Verlusten des Luft-und Raumfahrtkonzerns EADS rund 2 % auf 3325 Zähler. EADS gaben über vier % nach. Auch Technologiewerte standen unter Druck. Die Titel des Chipherstellers STMicroelectronics büssten zeitweise über 3,5 % ein. Händler verwiesen dabei auf den schwachen Ausblick des US-Unternehmens Applied Materials vom Vortag. Unter Druck standen auch Axa, die über 3,5 % verloren. Händler brachten die Verluste mit den schwachen Zahlen der schweizerischen Grossbank Credit Suisse Group in Zusammenhang.

Benelux

Die Benelux-Börsen notierten schwächer. Der Amsterdamer AEX-Index büsste rund 2 % auf 350 Zähler ein, während der Brüsseler Bel20-Index über 1 % auf 2150 Punkte verlor. Als Belastung erwiesen sich Finanzwerte. Fortis büssten an beiden Märkten über 3 % ein. In Amsterdam standen Technologiewerte unter Druck, hiess es von Händlerseite. Die Titel des Chipherstellers ASML verloren über sechs %. Philips büssten über 4 % ein. Der Verlag VNU stieg nach guten Halbjahreszahlen. MAILAND - An der Börse Mailand verlor der Mib30-Index über 2 % auf 24.989 Punkte. Finanzdienstleister standen angesichts der wieder eingetrübten Konjunkturaussichten unter Druck. Fideuram gaben rund vier % nach. Die Titel des Konkurrenten Mediolanum verloren 3,7 %. Banca Nazionale del Lavoro BNL gaben 3,6 % nach. "Die Leute sind besorgt wegen des Engagements von BNL in Brasilien", sagte ein Marktbeobachter.

Madrid

Der Madrider Ibex-35-Index büsste 1,6 % auf 6171 Zähler ein. Unter Druck standen die Titel des Indexschwergewichtes Telefonica, die rund zwei % nachgaben. Verkauft wurden auch die Papiere der beiden Grossbanken Banco Bilbao Vizcaya Argentaria(BBVA) und Santander Central Hispano(SCH), die jeweils über 3 % einbüßten.

Skandinavien

Auch die nordischen Börsen tendierten schwächer. Der DJ StoxxNordic-Index verlor rund 2,5 % auf 228 Zähler. Als Kurstreiber nach unten erwiesen sich die Titel schwer gewichteter Telekomausrüster. Ericsson büssten einen Teil der Vortagesgewinne wieder ein und verloren über 5 %. Die Papiere von Konkurrent Nokia ermässigten sich um ebenfalls um über fünf %. Unter Druck standen auch Versicherer. Die Titel des grössten norwegischen Versicherers Storebrand brachen um über 6 % ein. Skandia gaben rund 5 % nach.

Wien

Der Wiener ATX-Index verlor 0,5 % auf 1120 Punkte. Händler sprachen von einem lustlosen Handel bei insgesamt dünnen Umsätzen. Als Belastung erwiesen sich die Titel von VA Technologie, die rund 2 % nachgaben. Unter Druck standen auch die Titel der Telekom Austria, die über 1 % verloren.

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