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Chipwerte wieder gefragt

Die Chipwerte sind wieder beliebt. Dell, Cisco und Intel sind nach den Kursverlusten der vergangenen Tage gefragte Werte. Überreaktionen der Anleger hatten so manchen Titel mehr Börsenwert gekostet als nötig. Anleger ergreifen die Gelegenheit und decken sich wieder ein. Pharmatitel und die Aktien der Fluggesellschaften sind zum Wochenschluss die Topwerte.

Gute Nachrichten beflügeln den Pharmasektor. Den Impuls liefert King Pharmaceuticals. Der Pharmakonzern erhielt die offizielle Zulassung für Altace, ein Präparat zur Reduzierung des Risikos von Herzinfarkten. Das Mittel war im Vorfeld an 9.000 Patienten getestet worden. Altace scheint ein großes Potenzial zu besitzen. Das Medikament soll jährlich bis zu einer Milliarde Dollar einbringen. King Pharmaceuticals entwickelte das Präparat gemeinsam mit American Home Products.



Auch Konkurrent Sepracor legt an Wert zu. Die große Nachfrage nach Generica, also Medikamenten, die auf dem Markt zugelassen werden, nachdem die Patente auf ihre Orginale abgelaufen sind, und die große Anzahl an Medikamenten, deren Patente in Kürze auslaufen werden, machen dieses Sektor attraktiv.



Die Flugbranche profitiert von weiteren Merger-Spekulationen. Gesetzt hat den Trend UAL, die Muttergesellschaft von United Airlines, die Ende Mai die Übernahme der US Airways Group bekannt gab. Als nächster Akquisitionskandidat könnte sich Delta entpuppen. Der Wert der Aktie steigt heute rund sieben Prozent. Nach Informationen aus Insider-Kreisen bereitet eine bislang noch unbekannte Käufergruppe ein Übernahmeangebot vor. Den Gerüchten zufolge beläuft sich der Kaufpreis auf rund 7,5 Milliarden Dollar, das entspricht 61 Dollar pro Aktie. Am Donnerstag Abend schloss die Delta-Aktie bei rund 45 Dollar.



Die eher unerfreulich ausgefallenen Wirtschaftsdaten vermiesen den Anlegern zum Wochenschluss parziell die Laune. Die Zahl der Arbeitslosen ist im September auf 3,9 Prozent gefallen. Damit notiert sie auf dem tiefsten Stand seit 30 Jahren. Erwartet hatten Analysten und Investoren eine Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent. Positiv für die Wall Street sind die durchschnittlichen Stundenlöhne zu werten, die mit 0,2 Prozent geringer gestiegen sind als erwartet. Ansonsten: Kein gutes Zeichen für den Aktienmarkt. Die Arbeitslosenzahlen gelten als Indikator für die Entwicklung der US-Konjunktur. Und je besser die Wirtschaftslage ist, desto mehr Arbeitsplätze und desto weniger Arbeitslose gibt es. Alan Greenspan wird eingreifen, sobald sich die ersten Anzeichen verhärten, dass die US-Konjunktur nicht auf dem Weg der Abkühlung, sondern wieder auf der Überholspur ist. Die Hoffnung: Der Lohndruck und eine damit mögliche Inflation könnten durch steigende Produktivität ausgeglichen werden.



Herbe Verluste muss Razorfish nach einer Gewinnwarnung einstecken. Die Internet-Designfirma wird die Umsatzerwartungen für das dritte Quartal verfehlen und verliert daraufhin rund 43 Prozent des Wertes. Das Europa-Geschäft sei schlechter ausgefallen als erwartet. Das Razorfish-Management schätzt daher nur einen Gewinn von vier Cents pro Aktie. Analysten hatten mit dem Doppelten gerechnet. Überdies wird Razorfish wohl nur 77 bis 78 Millionen Dollar Umsatz einfahren. Die Warnung ist nicht die erste dieser Art. Im vergangenen Monat brachte bereits Viant mit einer Gewinnwarnung die Branche und die Kurse ins Straucheln.



Der Software-Anbieter Marimba verliert mehr als die Hälfte des Börsenwertes. Das Unternehmen rechnet für das anstehende Quartalsergebnis mit einem Verlust von 13 bis 17 Cents pro Aktie. Die Konsensschätzungen von vier Cents Gewinn würden somit deutlich verfehlt. Einige Geschäftsvereinbarungen seien nicht rechtzeitig abgeschlossen worden, so die Begründung des Managements. Marimba hofft jetzt auf das vierte Quartal in dem ein Teil der Vereinbarungen abgeschlossen werden sollen. Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 76 Prozent verloren.



Goldman Sachs hegt heute Morgen eine Vorliebe für Speicherlösungen und Server. Analystin Laura Conigliaro empfiehlt IBM und Sun Micro. Zwar hätten die Alarmglocken wegen des schwachen Euro, der steigenden Ölpreise und einer Abkühlung der US-Wirtschaft geläutet. Das dritte Quartal sei jedoch ohnehin keine gute Zeit für Technologieaktien. Zuversicht besteht vor allem hinsichtlich der Unternehmen Brocade, EMC, Network Appliance und Sun Micro.

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