Chitosanstütze löst sich im Körper auf
Nerven wachsen in einer Schiene zusammen

Berliner Forscher haben eine Schiene entwickelt, mit der durchtrennte Nerven – etwa nach einem Unfall – zusammengeführt werden können. Die verletzten Nerven wachsen darin problemlos wieder zusammen.

HB BERLIN. Berliner Forscher haben eine Schiene entwickelt, mit der durchtrennte Nerven - etwa nach einem Unfall - zusammengeführt werden können. Die verletzten Nerven wachsen darin problemlos wieder zusammen. Die Nervenschiene besteht aus Chitosan, einem Abkömmling von Chitin aus Insektenpanzern. Das Material ist proteinfrei und verursacht daher im Körper keine Abstoßungsreaktionen. Es wird nach acht Wochen im Gewebe abgebaut.

"Ein durchtrennter Nerv sprosst normalerweise wieder aus. Nach einem Unfall wachsen aber Gewebezellen schneller als Nervenzellen und blockieren den sprossenden Enden den Weg. Diese finden dann nicht zusammen. Lähmungen sind die Folge", erläutert Andrea Pahmeier, die bei der Alvito Biotechnologie GmbH aus Kleinmachnow bei Berlin an der Entwicklung der Schiene mitgearbeitet hat. Die Folge: "Wochen nach der Läsion versuchen dann Neurochirurgen den durchtrennten Nerv - der sich Tag für Tag auseinanderbewegt - unter Zug und Stress zusammenzunähen", sagt die Zellbiologinim Gespräch mit der Ärzte Zeitung.

Einen Ausweg bietet die neue Nervenschiene. Die Schiene ähnelt einem Streifen Cellophan-Papier. Das Röllchen wird auseinandergezogen und zwischen die durchtrennten Nervenenden gespannt. Wird es gelockert, rollt sich das elastische Band um die Stümpfe und passt sich dabei wie eine Spirale ohne Druck der Nervendicke an. Der Wickel verbindet die Nervenenden und wird mit Fibrinkleber fixiert. Durch diesen Tunnel wächst der Nerv schließlich wieder zusammen. Belegt wurde dies bei Ratten, denen ein Zentimeter aus dem Ischiasnerv entfernt worden war. Jetzt folgen klinische Studien. Das Unternehmen hofft, die Schiene in zwei Jahren auf den Markt bringen zu können.

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