Archiv
Christdemokrat Schuster bleibt Stuttgarter OB

Nach einem deutlichen Sieg im zweiten Wahlgang bleibt der CDU-Politiker Wolfgang Schuster Oberbürgermeister von Stuttgart. Der 55 Jahre alte Amtsinhaber erhielt 53,3 Prozent der Stimmen. Die baden-württembergische SPD reagierte enttäuscht auf die grüne Unterstützung für Schuster.

dpa STUTTGART. Nach einem deutlichen Sieg im zweiten Wahlgang bleibt der CDU-Politiker Wolfgang Schuster Oberbürgermeister von Stuttgart. Der 55 Jahre alte Amtsinhaber erhielt 53,3 Prozent der Stimmen. Die baden-württembergische SPD reagierte enttäuscht auf die grüne Unterstützung für Schuster.

Im ersten Durchgang vor zwei Wochen hatte der seit acht Jahren amtierende Schuster mit 43,7 Prozent noch die erforderliche absolute Mehrheit verpasst. Die SPD-Kandidatin Ute Kumpf (56) konnte Schuster am Sonntag mit 45,2 Prozent nicht gefährden. Auf Walter Weiblen (Partei Bibeltreuer Christen) entfielen 1,3 Prozent.

"Ich freue mich über den deutlichen Wahlsieg. Dies ist mir Ansporn für die nächsten acht Jahre", sagte Schuster. Damit bleibt die baden- württembergische Landeshauptstadt in CDU-Hand. Dies wertete die Regierungspartei im Land als gutes Signal für die Landtagswahlen in zwei Jahren. "Solch ein Ergebnis stärkt natürlich die Landesregierung", sagte Staatsminister Christoph Palmer (CDU). Getrübt wurde die Wahl durch eine schlechte Beteiligung: Sie ging nach 46,0 Prozent im ersten Durchgang auf 43,1 Prozent zurück.

Entscheidend für den Sieg Schusters war möglicherweise die Hilfestellung durch den Grünen-Landtagsabgeordneten Boris Palmer. Der OB-Kandidat war nach 21,4 Prozent im ersten Durchgang nicht wieder angetreten und hatte statt dessen die Wahl Schusters empfohlen. Grüne und CDU arbeiten seit Jahren im Stuttgarter Gemeinderat in Sachfragen zusammen.

Kumpf zeigte sich enttäuscht: "Es hat nicht gereicht, und es wäre mehr drin gewesen." Schusters Sieg stütze sich auf eine geringe Beteiligung der Bürger. Baden-Württembergs SPD-Landesvorsitzende Ute Vogt ging auf die "schwarz-grüne Koalition" im Stuttgarter Rathaus ein: Sie sei gespannt, welche Themen von ihr in Zukunft angepackt würden und ob Schuster wie versprochen einen Bürgerentscheid zum umstrittenen Bahnprojekt Stuttgart 21 forcieren werde.

Schuster habe nur dank "grüner Steigbügelhalter" gewonnen, kritisierte SPD-Landtagsfraktionschef Wolfgang Drexler am Montag. Hätten die reformorientierten Kräfte im selben Lager gekämpft, wäre ein Wechsel möglich gewesen. Grünen-Kandidat Palmer wies die Kritik der SPD zurück. "Niemand weiß, wie stark meine indirekte Empfehlung die Wähler beeinflusst hat", sagte der Grüne. Drexler solle mit seiner Wählerbeschimpfung aufhören und die SPD sich beruhigen. "Frau Kumpf hätte gewinnen können. Nur wenn ich weiter kandidiert hätte, hätte ich ihre Chancen geschwächt."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%