Christdemokratin will neoliberalen Kurs Fujimoris beibehalten
Lourdes Flores - Die Unbestechliche

Es wäre eine Sensation: Mit Lourdes Flores Nano könnte erstmals eine Frau als gewählte Präsidentin an der Spitze eines südamerikanischen Landes stehen. Umfragen zufolge stehen die Chancen der Christdemokratin auf das höchste Staatsamt gar nicht schlecht: 24 % der Stimmen prognostiziert ihr die jüngste Umfrage für den ersten Wahlgang am Sonntag, eine Stichwahl zwischen Flores und dem Favoriten Alejandro Toledo gilt als wahrscheinlich.

afp LIMA. Dennoch ist die Kandidatur der 41-Jährigen, die die meisten peruanischen Männer um einen Kopf überragt, nicht für alle ein Grund zum Jubeln. Denn die einzige Frau unter den acht Kandidaten pflegt enge Beziehungen zu Vertretern der erzkonservativen katholischen Laienorden Opus Dei, der nicht nur wegen seines antiquierten Frauenbildes in der Kritik steht.

Sie werde Peru in "ein Land von Siegern" verwandeln, verspricht sie mit ihrer tiefen Stimme bei Wahlkampfauftritten. Die unverheiratete Karrierefrau mit dem rotbraunen Kurzhaarschnitt wird selbst bereits zu den Siegern gezählt: Das Nachrichtenmagazin "Time" bezeichnete die promovierte Juristin als eine der 100 wichtigsten Führungspersönlichkeiten Iberoamerikas im 21. Jahrhundert.

Bereits mit 18 Jahren wurde Flores Mitglied in der Christlichen Volkspartei PPC, 1987 zog sie zum ersten Mal in den Stadtrat von Lima ein, drei Jahre später als Abgeordnete in den Kongress. In zehn Jahren parlamentarischer Opposition erwarb sie sich einen Ruf als Unbestechliche. Selbst ihre Gegner im Rennen um das höchste Staatsamt schätzen sie als professionelle und integere Politikerin, ein enormer Pluspunkt, wenn es darum geht, nach zehn Jahren Machtmissbrauch durch Ex-Präsident Alberto Fujimori, das Vertrauen der Wähler wiederzugewinnen.

Keine große Distanz zu Fujimori

Die Wahlkampfspots wiederholen immer wieder jene Szene, in der Flores im Parlament in ihrer energischen Art gestenreich gegen Fujimori wettert. Dennoch wirft ihr vor allem Toledos Mannschaft vor, sich nicht ausreichend von der korrupten Vorgängerregierung zu distanzieren. Und tatsächlich finden sich auf der Abgeordneten-Liste ihres Wahl-Bündnisses Unidad Nacional Kandidaten, die zum Stab Fujimoris gehörten.

In ihrem Wahlprogramm unterscheidet sich Flores kaum von Toledo. Sie stellt einen demokratischen Neubeginn und eine moralische Wende in Aussicht. Am neoliberalen Wirtschaftskurs Fujimoris will sie weitgehend festhalten; in privaten Investitionen sieht sie die einzige Chance für einen wirtschaftlichen Aufschwung des verarmten Andenstaates. Die heterogene Parteien-Allianz Unidad Nacional ist Mitte-rechts anzusiedeln und wird von Wirtschaft und Kirche unterstützt.

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