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Chronik: Der Terroranschlag und seine Folgen

11. September 2001:

19 moslemische Terroristen kapern vier US-Boeings. Um 08.46 Uhr rast das erste Flugzeug in den Nordturm des World Trade Centers (WTC) in New York und setzt ihn in Brand. Um 09.02 Uhr kracht die zweite Maschine in den 411 Meter hohen Südturm. 40 Minuten später zerschellt das dritte Flugzeug am Pentagon in Washington. Um 10.29 Uhr stürzt bei Pittsburgh (Pennsylvania) die vierte Maschine auf freiem Feld ab, weil mutige Passagiere den Entführern Widerstand leisten. Die Terroristen wollten vermutlich in das Weiße Haus fliegen.

Bilder von Menschen, die aus den brennenden Stockwerken des WTC in die Tiefe springen, gehen live über die Fernsehschirme in aller Welt. Um 09.59 Uhr stürzt der Südturm ein, um 10.28 Uhr der Nordturm. In den Trümmern der beiden Gebäude starben nach Behördenangaben 2823 Menschen. Mit den 189 Opfern in Washington und den 44 Insassen der bei Pittsburgh abgestürzten Maschine kamen damit bei den Anschlägen insgesamt 3056 Menschen ums Leben. Bundeskanzler Gerhard Schröder sichert den Vereinigten Staaten die "uneingeschränkte Solidarität" Deutschlands zu.

12. September: Die FBI-Ermittler erzielen erste Fahndungserfolge. Eine heiße Spur führt nach Deutschland: Einige der Flugzeugentführer um den Studenten Mohammed Atta lebten zeitweise in Hamburg, bevor sie Flugschulen in Florida besuchten. In anderen Ländern werden Verdächtige festgenommen, die etwas mit dem Terrornetzwerk El Kaida des saudischen Millionärs Osama bin Laden zu tun haben könnten.

13. September: US-Außenminister Colin Powell benennt den in Afghanistan untergetauchten Bin Laden als Hauptverdächtigen der Anschläge. Der US-Kongress ermächtigt Präsident George W. Bush am nächsten Tag, das Militär gegen Urheber und Helfer des internationalen Terrorismus einzusetzen.

20. September: Präsident Bush bereitet die USA in einer Rede vor dem Kongress auf einen langen Kampf vor: "Amerikaner sollten nicht eine einzige Schlacht erwarten, sondern einen langen Feldzug, wie wir ihn bisher noch nicht erlebt haben".

2. Oktober: Die NATO erklärt erstmalig seit ihrer Gründung 1949 den Bündnisfall.

7. Oktober: Unterstützt von Großbritannien beginnen die USA nach einem letzten Ultimatum an das Taliban-Regime zur Auslieferung Bin Ladens und seiner Gefolgsleute von El Kaida mit Luftangriffen in Afghanistan. Bin Laden ruft in einem vom arabischen Fernsehsender El Dschasira ausgestrahlten Video zum "Heiligen Krieg" gegen Juden und Christen in aller Welt auf.

13. November: Soldaten der oppositionellen afghanischen Nordallianz marschieren praktisch widerstandslos in die Hauptstadt Kabul ein.

16. November: Der Bundestag stimmt der Beteiligung von 3 900 Bundeswehrsoldaten am Anti-Terror-Kampf der Operation "Enduring Freedom" ("Dauerhafte Freiheit") zu. Hauptaufgabe der deutschen Soldaten ist die Sicherung der Seewege am Horn von Afrika.

5. Dezember: Die Afghanistan-Konferenz auf dem Petersberg einigt sich auf eine Übergangsregierung unter dem Paschtunen Hamid Karsai und stimmt der Entsendung einer internationalen Schutztruppe (ISAF) zu. Daran beteiligt sich Deutschland mit bislang mehr als 1 300 Soldaten.

7. Dezember: Ende des Taliban-Regimes mit dem Fall ihrer letzten Bastion Kandahar. Ihr Führer Mullah Omar flieht. Zwei Wochen später übernimmt Karsai in Kabul die Regierung.

10. Januar 2002: Die USA verlegen die ersten Gefangenen der El- Kaida und der Taliban auf den Marinestützpunkt Guantánamo Bay/Kuba.

29. Januar: Bush bezeichnet den Irak, Iran und Nordkorea als "Achse des Bösen". Die USA würden nicht tatenlos zusehen, wenn diese Staaten versuchten, die USA mit Massenvernichtungswaffen zu bedrohen. Insbesondere der Irak gerät ins Fadenkreuz.

30. Mai: Am Ground Zero in New York werden die Bergungs- und Aufräumarbeiten 262 Tage nach dem Einsturz der Zwillingstürme offiziell beendet. Auf dem Gelände soll eine Gedenkstätte entstehen.

13. Juni: Regierungschef Karsai wird von der Großen Ratsversammlung Loja Dschirga zum Präsidenten gewählt.

Quelle: dpa

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