Chronik des Jahres 2004
Die wichtigsten Wirtschaftsereignisse

Zwar ging es mit der Börse erst am Jahresschluss bergauf. Dennoch war das Jahr 2004 ein spannendes Wirtschaftsjahr: Mit dem Mannesmann-Prozess fand in Düsseldorf einer der spektakulärsten Wirtschaftsprozesse der deutschen Unternehmensgeschichte statt. Für Anleger fiel die Steuerbefreiung für Lebensversicherungen. Der Suchmaschinenbetreiber Google ging an die Börse.

Januar

6. Januar: Mit einem rasanten Kursanstieg übersteigt der Euro zum ersten Mal in seiner Geschichte die Marke von 1,27 Dollar.

7. Januar: Bei der neuen Praxisgebühr taucht ein Schlupfloch für Patienten auf: Die zehn Euro muss nicht gezahlt werden, wenn man per Notruf 112 einen Arzt ruft. Kassenärzte und Kassen wollen die Lücke so schnell wie möglich schließen. Ärzteverbände fordern, die seit 1. Januar geltende Praxisgebühr ganz abzuschaffen.

9. Januar: Ein enttäuschendes Weihnachtsgeschäft in Deutschland reißt im Einzelhandel die Kluft zwischen Gewinnern und Verlierern der Krise weiter auf. Während Deutschlands größter Handelskonzern Metro 2003 sein starkes Wachstum fortsetzen kann, muss der Essener Handelsriese Karstadt-Quelle Umsatzeinbrüche hinnehmen.

20. Januar: Die Übernahmewelle auf dem deutschen Biermarkt rollt weiter. Die dänische Brauereigruppe Carlsberg übernimmt die Hamburger Holsten-Brauerei. Der Wert der Übernahme wird auf 437 Millionen Euro beziffert. Zugleich gehen die Holsten-Marken Licher und König für 469 Millionen Euro an Bitburger.

21. Januar: Zum Auftakt des Mannesmann Prozesses demonstriert Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann mit dem "Victory-Zeichen" Zuversicht. Die Öffentlichkeit reagiert mit Empörung. Die Staatsanwälte werfen den Angeklagten im Verfahren um die Übernahme von Mannesmann durch Vodafone schwere Untreue und Beihilfe vor. Das Landgericht Düsseldorf wird aber Ende Juli 2004 auf Freispruch entscheiden.

>>> Der Mannesmann-Prozess

26. Januar: Übernahmekampf um Aventis. Der französische Pharmakonzern Sanofi-Synthélabo reicht ein Angebot im Wert von 47 Milliarden Euro für den deutsch-französischen Konkurrenten Aventis ein. Der aus der Zusammenlegung von Hoechst und Rhone-Poulenc entstandene Aventis- Konzern will kämpfen und versucht unter anderem, die Schweizer Novartis für eine Allianz zu gewinnen. Vor allem auf Grund der Unterstützung der französischen Regierung für Sanofi scheitern alle Abwehrmaßnahmen. Im April stimmt Aventis einem verbesserten Angebot von 55,3 Milliarden Euro zu.

27. Januar: Nach der monatelangen Verzögerung der Lkw-Maut durch technische Probleme legt das Betreiberkonsortium Toll Collect Projektpläne vor. Für den Fall weiterer Verzögerungen bietet Toll Collect eine Höchsthaftung in Höhe von 500 Millionen Euro an, während der Bund auf Milliardenstrafen besteht. Das System soll nun am 1. Januar 2005 starten. Letzte Tests im November verlaufen erfolgreich.



28. Januar: Die Aussetzung des Defizit-Strafverfahrens gegen Deutschland kommt vor Gericht. Die EU-Kommission klagt gegen die Entscheidung des EU-Finanzministerrates vom November 2003, die Defizit-Strafverfahren gegen Deutschland und Frankreich vorerst auf Eis zu legen, beim Europäischen Gerichtshof (EuGH). Im Juli gibt das Gericht der Kommission recht - die Verfahren bleiben aber vorerst weiter ausgesetzt.



29. Januar: Die Zerschlagung des insolventen Traditionskonzerns Grundig ist besiegelt. Die Kernsparte Fernsehgeräte wird an das britisch-türkische Konsortium Alba/Beko verkauft. Die Marke bleibt erhalten.

Lesen Sie auf Seite 2: VW muss den schleppenden Golf-Verkauf subventionieren

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