Chronik des Jahres
Die traurigen Ereignisse im Jahr 2004

Der Irak kam auch in diesem Jahr nicht zur Ruhe. In Madrid kamen mehr als 190 Menschen bei Terroranschlägen vor der Parlamentswahl ums Leben. Bewaffnette Angreifer erstürmten eine Schule in der südrussischen Grenzregion zu Tschetschenien und bringen mehrere hundert Kinder und Erwachsene in Ihre Gewalt.

HB HAMBURG. Ein Überblick über die wichtigsten Ereignisse:

Januar

3. Januar: Beim Absturz einer ägyptischen Chartermaschine ins Rote Meer kommen alle 148 Menschen an Bord ums Leben, darunter 133 Franzosen. Die ägyptischen Flugsicherungsbehörden nennen einen technischen Defekt als mögliche Unglücksursache.

5. Januar: Im Brüsseler Büro des deutschen EU-Parlamentariers Hans-Gert Pöttering und im Büro des Briten Gary Titley in Manchester gehen im Abstand weniger Stunden zwei präparierte Briefe in Flammen auf. Eine dritte Briefbombe an den spanischen Abgeordneten Jose Ignacio Salafranca wird im Europaparlament rechtzeitig abgefangen.

8. Januar: In der Nähe der irakischen Stadt Falludscha kommen beim Abschuss eines Hubschraubers neun US-Soldaten ums Leben.

11. Januar: Bundesverteidigungsminister Struck erhält wiederholt Morddrohungen, nachdem er den des unter Antisemitismusverdacht geratenen Brigadegeneral Reinhard Günzel entlässt.

23. Januar: Der in Berlin geborene Starfotograf Helmut Newton kommt bei einem Autounfall in Los Angeles im Alter von 86 Jahren ums Leben.

März

11. März: Bei einem der folgenschwersten Terroranschläge in Madrid kommen mehr als 190 Menschen ums Leben. Nur drei Tage vor der Parlamentswahl explodiert eine Serie von Bomben in Nahverkehrszügen in Madrid. Mehr als 1400 Menschen werden verletzt. Die spanische Regierung macht zunächst die baskische Untergrundorganisation Eta dafür verantwortlich. Später wird deutlich, dass die Terrorgruppe El Kaida Drahtzieher des Anschlag war. >>> Erschütternde Bilder: Die Terroranschläge von Madrid

13. März: Zwei Tage nach den Anschlägen in Madrid deuten alle neuen Hinweise auf eine Verbindung zu El Kaida hin. Weil Spaniens scheidende Regierung das lange leugnete, gerät sie in die Kritik. Auf dem Foto sind Demonstranten zu sehen, die vor dem Parteigebäude der Regierungspartei klare Aussagen zu den Hintergünden der Anschläge fordern.

April

28. April: Der Fernsehsender CBS strahlt erste Fotos von Folterungen im Abu-Ghraib-Gefängnis im Irak aus. Nicht nur die islamische Welt reagiert entsetzt. nach anfänglichem Zögern übt die Regierung deutliche Selbstkritik. Der US-Außenminister Colin Powell bezeichnet die Aufnahmen von missbrauchten Gefangenen als "widerlich".

Mai

5. Mai: Der 1911 geborene ehemalige republikanische US-Präsident Ronald Reagan stirbt. Weltweit rühmen Konservative Reagan als mutigen Staatsmann, der den Kommunismus letztendlich zu Fall brachte, den Kalten Krieg beendete und die deutsche Wiedervereinigung ermöglichte.

15. Mai: Die im Internet veröffentlichten Bilder von der Enthauptung des im Irak entführten Amerikaners "Nick Berg" lösen weltweites Entsetzten aus. Eine Gruppe, die dem Terror-Netzwerk Al Kaida nahe steht, soll für den grauenhaften Mord verantwortlich sein. Die Tat sei eine Reaktion auf Folterfotos aus einem US-Gefängnis im Irak. In den folgenden Wochen werden zahlreiche weitere Geiseln ähnlich bestialisch ermordet.

15. Mai: Leipzigs Bewerbung um die Olympischen Spiele 2012 ist gescheitert. Zwei junge Frauen verfolgen mit tausenden Menschen in Leipzig während einer Live-Übertragung auf Video-Leinwänden die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) über das Ausscheiden der Stadt als offizieller Olympiakandidat. Als Kandidaten gehen die Städte London, Madrid, Moskau, New York und Paris ins Rennen.

Juni

24. Juni: Der Teamchef der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, Rudi Völler, erklärt auf einer Pressekonferenz im portugiesischen Almancil seinen Rücktritt. Die Deutschen hatten am Vorabend ihr letztes Vorrundenspiel gegen Tschechien verloren und sind damit aus der Europameisterschaft ausgeschieden. >>> Die Fußball-Europameisterschaft 2004

August

25. August: In Russland stürzen fast zeitgleich zwei Flugzeuge ab, in deren Trümmern alle 89 Passagiere sterben. Mit Blick auf die Präsidentenwahl in Tschetchenien schließen die Behörden einen Terroranschlag nicht aus.

September

1. September: Bewaffnette Angreifer erstürmen eine Schule in der südrussischen Grenzregion zu Tschetschenien und bringen mehrere hundert Kinder und Erwachsene in Ihre Gewalt. Die Geiselnehmer verlangen die Freilassung inhaftierter tschetschenischer Rebellen und drohen mit der Sprengung des Gebäudes, sollte die Polizei eingreifen. Zunächst gelingt einzelnen Geiseln die Flucht; einige werden auch freigelassen.

4. September: Als nach mehreren Explosionen die Lage zu eskalieren scheint, erhalten die russischen Sondereinsatzkräfte den Befehl, die Schule zu stürmen und die Geiselnahme gewaltsam zu beenden. Erst zwei Tage nach der Erstürmung des Gebäudes im russischen Beslan wird das wahre Ausmaß der Tragödie deutlich: Mehr als 400 Menschen haben ihr Leben verloren.

16. September: Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 225 Kilometern pro Stunde sucht Hurrikan "Ivan" den Südosten der USA heim. Die Behörden rufen knapp zwei Millionen Menschen auf, ihre Häuser zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen. Weil auch Bohrinseln evakuiert und Tanker umgeleitet werden, steigen die Ölpreise weltweit an.

Oktober

6. Oktober: Eine Extremistengruppe tötet den Briten Kenneth Bigley. Bigley war am 16. September mit zwei US-Amerikanern im Irak entführt worden.

23. Oktober: Beim schwersten Erdbeben seit über 70 Jahren mit der Stärke 6,8 auf der Richterskala sterben in Nordjapan über 20 Menschen, etwa 1500 werden verletzt.

November

8. November: Der Palästinenserpräsident Jassir Arafat stirbt am frühen Morgen in einem Militärkrankenhaus in Frankreich im Alter von 75 Jahren. Nach Verabschiedung mit militärischen Ehren wird der Leichnam am folgenden Tag nach Kairo geflogen, wo die offizielle Trauerfeier geplant ist. Danach soll Arafat in Ramallah im Hauptquartier der Palästinenserbehörde beigesetzt werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%