Chronik des VW-Käfer
Fast 70 Jahre Automobil-Geschichte

Am 10. Juli endet nach fast 70 Jahren in Mexiko offiziell die Produktion des legendären VW-Käfer.

HB/dpa WOLFSBURG. Der Ei-förmige Liebling ganzer Generationen hat eine bewegte Geschichte:

1934: Am 22. Juli bekommt der Automobil-Konstrukteur Ferdinand Porsche vom "Reichsverband der Deutschen Automobilindustrie" den Auftrag, einen "Volkswagen" zu bauen. Als Honorar erhält er 20 000 Reichsmark.

1935: Porsche präsentiert am 3. Juli den ersten Prototypen der Limousine, ein halbes Jahr später auch eine Cabrio-Version.

1936: Im Juli sind die ersten drei Exemplare fertig. Die "V3" fahren bei Dauerbelastungstests jeweils 50 000 Kilometer.

1937: Im April sind die ersten 30 "W30"-Vorserienfahrzeuge fertig. Sie müssen bei den Tests zusammen 2,315 Mill. Kilometer zurücklegen. Bislang sind 1,7 Mill. Reichsmark in die Entwicklung geflossen.

1938: Der Wagen ist serienreif. Er ist ausgestattet mit einem luftgekühlten und längs im Heck eingebauten 4-Zylinder-Boxermotor. Aus 985 Kubikzentimetern holt der Motor bei 3000 Umdrehungen pro Minute fast 24 PS. Die Dauergeschwindigkeit liegt bei Tempo 100. Am 26. Mai legt Adolf Hitler nahe Fallersleben den Grundstein für das VW-Werk.

1939: Statt der geplanten so genannten KdF (Kraft durch Freude)- Wagen werden in Wolfsburg Kübelwagen für Hiterls Vernichtungsfeldzüge zusammengeschraubt. Im Laufe der Jahre werden in Wolfsburg tausende Zwangsarbeiter eingesetzt. Die "New York Times" nennt den Wagen erstmals Käfer - aber eher als Schimpf-, denn als Kosewort.

1945: Die britische Militärregierung bestellt im August die ersten 20 000 Limousinen. Die Käferproduktion kann anlaufen. Zunächst aber herrscht Materialmangel. Im Dezember läuft die Serienproduktion mit den ersten 55 Fahrzeugen an.

1947: Am 8. August werden die ersten Käfer ins Ausland geliefert, 56 Stück in die Niederlande.

1950: Erstmals werden 328 Käfer in die USA verschifft.

1951: Der Vater des Käfers, Ferdinand Porsche, stirbt am 31. Januar. Vom 22. November an gibt es keine Armrollen auf der Rücksitzbank mehr.

1953: Am 10. März löst der Käfer mit der ovalen Heckscheibe den Brezel-Käfer ab.

1954: Nach gewonnener Weltmeisterschaft in Bern bekommen die Spieler der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft einen Käfer als Geschenk.

1958: Der fünfmillionste Käfer rollt am 5. August vom Band.

1960: Der Käfer bekommt einen richtigen Blinker. Der bis dahin übliche Seitenwinker wird im August abgeschafft.

1964: In Emden beginnt am 8. Dezember die Produktion des Käfers für den Export.

1967: Der nächste Produktionsrekord: Zehn Mill. Käfer.

1970: Verkaufshöhepunkt in den USA: VW verkauft 569 696 Autos.

1972: Der Käfer ist seit dem 17. Februar das meistgebaute Auto der Welt und hat mit 15 007 034 Stück den Rekord des Ford'schen T- Modells, der "Tin Lizzy", eingestellt.

1974: Am 1. Juli um 11.49 Uhr stellt VW in Wolfsburg die Fertigung des Käfers ein.

1978: Tränen in Emden - am 19. Januar endet auch dort die Fertigung des Käfers in Deutschland.

1985: Der Käfer taucht im April das letzte Mal in der deutschen VW-Preisliste auf.

1997: Im mexikanischen Puebla startet die Fertigung des "New Beetle".

1998: Der stärkste Käfer wird vorgestellt. Der 1800i Sedan läuft Tempo 152 und hat 72 PS.

2002: Der Golf Nummer 21 517 415 überholt den Käfer in der VW - Produktion.

2003: Volkswagen stellt im Juli die Produktion des Käfers in Mexiko endgültig ein.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%