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Chronik: USA auf dem Kriegspfad

Washingtons Kampagne gegen Saddam Hussein wird zum Rennen gegen die Uhr.

law DÜSSELDORF. Neben den gestern angelaufenen Inspektionen der Uno treiben die USA ihre diplomatischen und militärischen Vorbereitungen für einen Angriff auf den Irak voran. Damit verfolge Washington zwei Ziele, berichtet die New York Times aus Regierungskreisen: Einerseits solle der Druck auf Saddam erhöht werden, den Uno-Auflagen zur völligen Abrüstung Folge zu leisten; zweitens wollen die USA kampfbereit sein, bevor zu hohe Temperaturen am Golf einen Angriff erschweren.

Der gigantische Aufmarsch von in der Endphase 250 000 Soldaten und ihrer Ausrüstung ist im vollen Gang. Innerhalb von 30 Tagen sollen ausreichend Kapazitäten für einen "fliegenden Start" der Angriffe rund um den Irak an Ort und Stelle sein.

Mehr Zeit könnte die diplomatische Flankierung des Krieges in Anspruch nehmen - vor allem der Abschluss von Verträgen zur Nutzung von Flughäfen und Luftraum einer Vielzahl von Ländern. Informell haben bereits Kuwait und Katar ihr Einverständnis gegeben, die Haltung Saudi Arabiens ist widersprüchlich. Der US-Partner Türkei ist prinzipiell bereit, seine Stützpunkte in direkter Nachbarschaft zum Irak zu öffnen. Im Gegenzug verlangt Ankara aber eine Garantie, dass die USA keinen unabhängigen Kurdenstaat im Nordirak zulassen werden.

Als weiteres Bonbon drängt Washington die EU, die Türkei als Mitglied zu akzeptieren. Zudem verhandeln beide Seiten über ein Hilfsprogramm in Milliardenhöhe, dass die Streichung der türkischen Auslandsschulden und weitere Militärhilfen umfasse, zitiert die New York Times Diplomaten.

Selbst mit dem Erzfeind Iran führe Washington diskrete Verhandlungen. Teheran soll die irakischen Schiiten davon abhalten, nach Saddams Fall einen eigenen Staat zu gründen. Als Lohn dafür verlange Iran die Freigabe von Geldern in Milliardenhöhe, die die USA nach der Geiselkrise 1979 eingefroren hatten.

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