Chronologie
Aufstieg und Fall des Medienkonzerns EM.TV

dpa MÜNCHEN. Der Medienkonzern EM.TV hat das Auf- und Ab an der Börse mit voller Wucht zu spüren bekommen. Die 1989 gegründete Firma ging im Oktober 1997 an die Börse. Es folgten ein kontinuierlicher Ausbau des Geschäfts und ein steiler Höhenflug der Aktie, die in der Spitze Anfang 2000 rund 120 Euro kostet. Dann begann der Absturz.

Februar 2000
EM.TV übernimmt für rund 1,3 Milliarden DM die Jim Henson Company ("Muppet Show"). Nach Einschätzung von Beobachtern ist der Preis völlig überhöht.

März 2000
EM.TV sichert sich für etwa 3,3 Milliarden DM eine 50- Prozent-Beteiligung an der Formel 1-Vermarktung. Auch mit diesem Milliardengeschäft übernimmt sich der Münchner Lizenzhändler.

April 2000
EM.TV gibt die Zahlen für das Jahr 1999 bekannt. Der Umsatz steigt von 81 auf 317 Millionen DM, das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit wird auf 150 Millionen DM fast verfünffacht.

Oktober 2000
Eine nachträglichen Korrektur der Halbjahreszahlen nach unten. Der Konzern hatte den Überblick über seine Beteiligungen verloren. Der EM.TV-Kurs bricht um mehr als 17 Prozent auf 45,60 Euro ein. Kurz Zeit später bekräftigt Thomas Haffa trotz Skepsis bei Investoren die Prognosen für 2000. Der Vorsteuergewinn soll 600 Millionen DM betragen, der Umsatz 1,6 Milliarden DM.

1. Dezember 2000
EM.TV korrigiert die Gewinnprognose für 2000 drastisch auf 50 Millionen DM vor Zinsen und Steuern nach unten. Der Aktienkurs bricht auf unter 20 Euro ein. Auch diese Vorhersage wird nicht zu halten sein.

3. Dezember 2000
Im Zuge der Finanzkrise erklärt der EM.TV - Konzernvize Florian Haffa seinen Rücktritt. Wenige Wochen zuvor hatte er bereits sein Amt als Finanzvorstand abgegeben.

4. Dezember 2000
EM.TV gibt für die ersten neun Monate einen Verlust im Kerngeschäft bekannt. Die KirchGruppe verkündet den Einstieg bei EM.TV. Über eine Kapitalerhöhung soll sie 16,74 Prozent der Anteile übernehmen. Für einen Anteil an der Formel 1 gibt Kirch EM.TV eine Finanzspritze in Milliardenhöhe.

13. Dezember 2000
Die Staatsanwaltschaft nimmt Ermittlungen gegen die Haffa-Brüder auf.

Februar 2001
Aufsichtsratschef Nickolaus Becker tritt zurück. Becker galt als Gegner der Allianz mit Kirch und hatte sich eine schlagzeilenträchtige Auseinandersetzung mit EM.TV-Chef Haffa geliefert.

März 2001
Mehr als 400 EM.TV-Aktionäre fordern Schadensersatz in Höhe von 20 Millionen DM von EM.TV. Die Informationspolitik der Firma habe "gegen zahlreiche anlegerschützende Vorschriften" verstoßen.

1. April 2001
EM.TV gibt für das Jahr 2000 einen Verlust in Höhe von 2,8 Milliarden DM bekannt.

25. Juli 2001
Thomas Haffa tritt zurück. Nachfolger soll spätestens zum 1. Januar 2002 der "Spiegel"-Manager Werner E. Klatten werden. Dieser übernimmt auch 25,1 Prozent der EM.TV - Anteile von Haffa.

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