Chronologie
Der Absturz des Jürgen W. Möllemann

Die wechselhafte Karriere Jürgen Möllemanns in der FDP scheint mit dem angekündigten Parteiausschlussverfahren endgültig vor dem Aus zu stehen.

HB/dpa DÜSSELDORF. Auslöser des parteipolitischen Absturzes war der im Bundestagswahlkampf unternommene Versuch, Wähler vom rechten Rand für die FDP zu gewinnen. Hier die Chronik seines Absturzes:

16. September: Möllemann lässt kurz vor der Bundestagswahl ein Faltblatt mit Kritik an der israelischen Regierung und dem Vize- Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Michel Friedman, an Millionen NRW-Haushalte verteilen.

22. September: Das FDP-Präsidium fordert Möllemann am Wahltag einstimmig zum Rücktritt als Parteivize auf. Möllemann räumt Fehler ein.

23. September: Möllemann legt sein Amt als stellvertretender FDP - Bundesvorsitzender nieder. Am selben Tag beschließt der Vorstand der nordrhein-westfälischen FDP für den 7. Oktober einen Sonderparteitag, auf dem Möllemann den Delegierten die Vertrauensfrage stellen will.

1. Oktober: Möllemann weist erste Verdächtigungen zurück, er habe das Flugblatt mit dubiosen Spenden finanziert.

5. Oktober: Möllemann wird mit Herz-Rhythmus-Störungen in ein Krankenhaus gebracht.

14. Oktober: Die Klinik teilt mit, dass Möllemann seine berufliche Tätigkeit frühestens Ende November wieder aufnehmen könne. Kurz darauf tritt Möllemann einen Genesungsurlaub auf Gran Canaria an.

18. Oktober: FDP-Schatzmeister Rexrodt spricht im Zusammenhang mit Möllemanns Wahlkampf-Flugblatt von einer "wesentlichen Verletzung" des Parteiengesetzes.

20. Oktober: Möllemann tritt als FDP-Landes - und Fraktionschef in Nordrhein-Westfalen zurück.

24. Oktober: Möllemann lässt ein Ultimatum der Bundespartei zur Benennung der Spender verstreichen.

4. November: Zurück aus Gran Canaria lässt Möllemann über seine Anwälte erklären, er habe eine weiße Weste. Alle auf seinem Sonderkonto eingegangenen Gelder könnten ordnungsgemäß verbucht werden.

5. November: Die NRW-FDP setzt eine Entscheidung über ein Ausschlussverfahren gegen Möllemann aus und vertagt den Sonderparteitag zur Wahl des Möllemann-Nachfolgers ein weiteres Mal auf Ende November.

20. November: In einer Erklärung seiner Anwälte für die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft räumt Möllemann ein, knapp eine Million Euro von nicht genannten Spendern besorgt, seinem Privatvermögen zugeführt, dann gestückelt und auf zwei Konten eingezahlt zu haben. Somit habe er nicht gegen das Parteiengesetz verstoßen.

25. November: Das FDP-Präsidium fordert Möllemann einstimmig und ultimativ zum Austritt aus der FDP auf und setzt ihm dafür eine Frist von einer Woche.

27. November: Möllemann verkündet, er werde die Partei nicht freiwillig verlassen. Für den Fall eines Parteiausschlusses schließt er die Möglichkeit einer Partei-Neugründung nicht aus.

1. Dezember: Ein Sonderparteitag in Düsseldorf wählt den überraschend aufgestellten Wirtschaftsprofessor Andreas Pinkwart nach turbulenter Debatte zum neuen FDP-Landesvorsitzenden. Möllemann erscheint nicht auf dem Parteitag.

2. Dezember: Der FDP-Bundesvorstand berät über ein Parteiausschlussverfahren.

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