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Chronologie der Kirch-Krise

Die Kirch-Gruppe hat vor dem Insolvenzantrag der Kirch-Media vom Montag Monate lang ums Überleben gekämpft. Hier die wichtigsten Etappen der Krise.

dpa MÜNCHEN. Die Kirch-Gruppe hat vor dem Insolvenzantrag der Kirch-Media vom Montag Monate lang ums Überleben gekämpft. Hier die wichtigsten Etappen der Krise.

7. Dezember 2001: Erste Spekulationen über eine feindliche Übernahme der Kirch-Gruppe durch den Medienmogul Rupert Murdoch verunsichern die deutsche Medienbranche. Die KirchGruppe dementiert: Die Berichte entbehrten jeder Grundlage. 11. Dezember 2001: Murdochs Medienunternehmen News Corp bestreitet ein Interesse an einer feindlichen Übernahme der Kirch-Gruppe. 16. Januar: Der frühere ProSieben-Chef Georg Kofler kommt überraschend an die Spitze des defizitären Bezahlfernsehens Premiere World.

30. Januar: Der Axel Springer Verlag fordert für seine Beteiligung an ProSiebenSAT.1 rund 770 Mill. Euro von der Kirch-Gruppe zurück. Dies löst die akute Finanzkrise der KirchGruppe aus. Kirch erklärt die Verkaufsoption für unwirksam.

4. Februar: Deutsche Bank-Chef Rolf Breuer stellt öffentlich die Kreditwürdigkeit der Kirch-Gruppe in Frage und treibt Kirch damit noch mehr in die Enge.

8. Februar: News Corp schreibt die Beteiligung auf ihren Premiere - Anteil im Wert von 1,6 Milliarden Euro ab. Murdoch will sich nicht mehr weiter bei der Kirch-Gruppe engagieren und seine Investitionen in Premiere im Herbst zurückfordern.

11. Februar: Hypo-Vereinsbank-Chef Albrecht Schmidt verschafft Kirch für einige Wochen wieder Luft und bietet ihm 1,1 Mrd. Euro für seine Springer-Beteiligung an.

23. Februar: Kirch meldet sich in einem «Spiegel-Interview» erstmals in der akuten Krise selbst zu Wort. Über eine Übernahme durch Murdoch sagt er: "Dann frisst er mich eben. Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen. Die Knochen wird auch Murdoch mir schon lassen". Kirch-Vize Dieter Hahn macht mit monatelangen Spekulationen über den genauen Schuldenstand der Kirch-Gruppe Schluss. Es seien 6,5 Mrd. Euro.

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20. März: Premiere gibt den Abbau von mindestens 800 der 2400 Arbeitsplätze bekannt. 2001 erzielte der Sender vor Steuern und Zinsen einen Verlust von 989 Millionen Euro. Zugleich sagen die Kirch-Media und der TV-Konzern ProSiebenSAT.1 ihre Fusion ab.

24. März: Die Rettungsbemühungen für die KirchGruppe treten in die entscheidende Phase. Die Banken bieten dem Medienkonzern weitere 600 bis 800 Millionen Euro zur Überwindung seiner Finanzkrise an. Im Gegenzug wollen sie sich am Kerngeschäft der Gruppe, der KirchMedia, beteiligen.

25. März: Kirch ist offensichtlich zum Rückzug aus seinem Kerngeschäft bereit. In einem Krisen-Gespräch mit Banken und Kirch- Managern melden auch die Investoren rund um die Medienkonzerne von Murdoch und Silvio Berlusconi Interesse an der Kirch-Media an. Die Banken stimmen grundsätzlich zu.

27. März: Die Banken streiten sich mit den Investoren um einen dringend notwendigen Überbrückungskredit für die Kirch-Gruppe. Die Banken wollen nur dann 200 Millionen Euro zahlen, wenn sich die Investoren daran beteiligen.

28. März: Bundeskanzler Gerhard Schröder meldet Bedenken gegen einen Einstieg von Berlusconi auf dem deutschen Medienmarkt an.

5. April: Nach gescheiterten Verhandlungen in Los Angeles zwischen Investoren und Banken räumen die Banken der Kirch-Gruppe keine Chancen mehr ein. Alles steuert auf den Insolvenzantrag zu.

8. April: Die Kirch-Gruppe reicht beim Münchner Amtsgericht Insolvenzantrag ein. Kirch stellt den Antrag für die Kirch-Media, zu der unter anderem der TV-Konzern ProSiebenSAT.1 und der Filmrechtehandel gehören. Außerdem gehören dazu die Übertragungsrechte an der Fußball-Bundesliga.

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