Chronologie
Der Streit um die Kanzlerkandidatur der Union

Nach der Wahl Angela Merkels zur neuen CDU - Vorsitzenden am 10. April 2000 diskutierten die Unionsparteien immer wieder darüber, wer bei der Bundestagswahl 2002 als Kanzlerkandidat antreten soll. Schon bald wurden nur noch Merkel und der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Edmund Stoiber genannt.

dpa HAMBURG. Zuletzt kam Ex-CDU-Chef Wolfgang Schäuble ins Gespräch. Umstritten ist auch der Zeitpunkt der Kandidatenkür. Vereinbart war das Frühjahr 2002. Eine Chronologie:

18. November 2000: Stoiber schließt zum Abschluss eines CSU - Parteitages eine Kandidatur für sich noch definitiv aus.

21. November 2000: Spekulationen, CDU und CSU hätten sich intern schon auf Angela Merkel geeinigt, werden zurückgewiesen. Stoiber: Erst im Frühjahr 2002 soll aus der Situation heraus der geeignetste Kandidat gekürt werden. CSU-Generalsekretär Thomas Goppel: Die Entscheidung muss "auf gleicher Augenhöhe" getroffen werden: "Es gibt keine einseitigen Zugriffsrechte".

31. Dezember 2000: Stoiber sagt der "Bild am Sonntag": "Über die Kanzlerkandidatur entscheidet die Union gemeinsam Anfang 2000 danach, wer die größten Chancen als Herausforderer von Gerhard Schröder hat".

14. Januar 2001: CSU-Vize Horst Seehofer schließt eine Kanzlerkandidatur Stoibers nicht aus.

4. Februar 2001: Nach Spekulationen unter anderem von Stoiber und CDU-Fraktionschef Friedrich Merz über die Kanzlerkandidatur kritisiert der baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel die "heillose Zerstrittenheit der Bundes-CDU".

10. April 2001: Merkel zieht positive Bilanz ihres ersten Amtsjahres. Sie kommt mit Stoiber überein, dass beide die Kandidatenentscheidung vorklären.

18. Juni 2001: Nach der Entscheidung der Berliner CDU für Frank Steffel und gegen Wolfgang Schäuble als Berliner Bürgermeister- Kandidat gerät die Rolle Merkels in die Kritik.

11. Juli 2001: Stoiber in einem Interview mit "RTL Aktuell": "Ich strebe keine neuen Ämter an. Daraus ergibt sich schon sehr, sehr viel."

27. August 2001: Die CDU-Spitzengremien billigen das von Merkel präsentierte Konzept zur "neuen sozialen Marktwirtschaft".

12./13. Oktober 2001: Merkel und Stoiber rufen auf CSU-Parteitag in Nürnberg demonstrativ zu Geschlossenheit auf. Stoiber wird mit 96,6 % als CSU-Chef bestätigt.

21./22. Oktober: Das Wahldebakel der CDU in Berlin bringt den verabredeten Zeitplan erneut ins Wanken. Der Vorsitzende der nordrhein-westfälischen CDU-Landesgruppe, Norbert Lammert, fordert ein Vorziehen der Kandidaten-Entscheidung.

22. Oktober 2001: Die CDU-Führungsgremien und Stoiber sprechen sich strikt gegen eine Änderung des Zeitplans aus.

23. Oktober 2001: Baden-Württembergs Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) erklärt zum Zeitplan: "Das ist kein Dogma und schon gar nicht etwas, das Verfassungsrang hat."

31. Oktober 2001: Nach der Einstellung eines Ermittlungsverfahrens gegen Schäuble in der CDU-Spendenaffäre wird er von CSU - Landesgruppenchef Michael Glos als möglicher dritter Bewerber ins Spiel gebracht.

3. November 2001: Trotz aller Appelle der Parteispitze für ein Ende der Debatte eskaliert die Kandidaten-Diskussion erneut.

5. November 2001: Das CDU-Präsidium bekräftigt den Zeitplan für die Kandidatenkür: "Anfang des Jahres" 2002.

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