Chronologie
Microsoft-Prozess kommt einfach nicht zum Ende

Seit Jahren streiten Microsoft und die US-Behörden, ob der Software-Gigant seine marktbeherrschende Stellung bei Betriebssystemen missbraucht.

afp WASHINGTON. Am Dienstag scheiterte nun der Versuch, das Verfahren über eine gütliche Einigung zu beenden. AFP zeigt die wichtigsten Stationen des Kartell-Streits:

November 1994: Microsoft bringt sein Internet-Zugangsprogramm Internet Explorer auf den Markt. Es ist wesentlich weniger leistungsfähig als der Navigator der Konkurrenzfirma Netscape, wird aber kostenlos angeboten.

Oktober 1997: Microsoft koppelt den Internet Explorer an das Betriebssystem Windows 95.

Dezember 1997: US-Bundesrichter Thomas Jackson ordnet an, dass Microsoft den Internet Explorer von Windows abtrennen muss.

Januar 1998: Die US-Justiz nimmt wegen der Geschäftspraktiken rund um das Internet Ermittlungen gegen Microsoft auf.

Mai 1998: Die US-Regierung und zunächst 20 Bundesstaaten verklagen Microsoft wegen Verstoßes gegen die Kartellgesetze.

November 1999: In dem Kartellprozess veröffentlicht Richter Jackson seine Interpretation der Beweislage. Er bescheinigt Microsoft eine Monopolstellung bei Betriebssystemen sowie fragwürdige Geschäftspraktiken.

März 2000: Microsoft bietet einen Kompromiss an, um einen Vergleich mit den Kartellbehörden zu erreichen.

Juni 2000: Nach dem Scheitern der Vergleichsverhandlungen ordnet Jackson die Zerschlagung von Microsoft in zwei Teile an: Betriebssysteme und Anwendungsprogramme sollen getrennt werden. Microsoft legt Berufung ein.

Juni 2001: Das Berufungsgericht hebt die Zerschlagung auf. Microsoft habe gegen Kartellgesetze verstoßen, eine Aufteilung sei aber überzogen. Die Berufungsrichter werfen Richter Jackson Voreingenommenheit vor. Die 58-jährige Richterin Colleen Kollar-Kotelly soll den Fall erneut überprüfen.

6. September 2001: Das US-Justizministerium verzichtet auf eine Zerschlagung. Sanktionen sollen aber verhängt werden.

28. September 2001: Kollar-Kotelly setzt dem Softwarekonzern und der US-Regierung eine Frist bis Anfang November, um eine gütliche Einigung zu finden.

2. November 2001: Die US-Bundesregierung und das Unternehmen finden einen Kompromiss. PC-Hersteller sollen mehr Freiheiten bei der Wahl der Software erhalten. Eine Geldbuße wird nicht verhängt.

6. November 2001: Ein Drittel der noch 18 an dem Verfahren beteiligten Bundesstaaten lehnt die Einigung ab. Der Prozess wird damit neu aufgerollt. Am 7. Dezember sollen die verbleibenden Kläger Strafen vorschlagen. Die erste Anhörung ist für März angesetzt.

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