Chronologie
Zusammenbruch und Zerschlagung der Kirch-Gruppe

Mit dem bevorstehenden Verkauf der KirchMedia ist die Zerschlagung des einstigen Kirch-Imperiums besiegelt. Eine Dokumentation der wichtigsten Etappen vom Zusammenbruch bis zum Verkauf.

Dezember 2001: Die KirchGruppe dementiert erste Spekulationen über eine feindliche Übernahme durch den Medienmogul Rupert Murdoch.

30. Januar 2002: Der Axel Springer Verlag fordert für seine Beteiligung an Pro Sieben Sat.1 rund 770 Millionen Euro von der KirchGruppe zurück und leitet damit das Ende des Imperiums ein.

4. Februar 2002: Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer stellt öffentlich die Kreditwürdigkeit der KirchGruppe in Frage.

8. Februar 2002: Murdoch schreibt die Beteiligung auf seinen Anteil am Bezahlsender Premiere im Wert von etwa 1,6 Milliarden Euro ab und kündigt an, seine Investitionen im Herbst zurückzufordern. Auch dieses Geld hat Kirch nicht.

8. April 2002: Die KirchGruppe stellt Insolvenzantrag für ihr Kerngeschäft, die KirchMedia, zu der ProSiebenSAT.1 und der Rechtehandel gehören. Leo Kirch verabschiedet sich in einem Brief von seinen Mitarbeitern.

8. Mai 2002: Die Kirch-Bezahlsendersparte KirchPayTV stellt als zweite Säule der KirchGruppe Insolvenzantrag.

10. Juni 2002: Laut Branchenkreisen verhandelt ein Konsortium um die WAZ-Gruppe über eine Übernahme der Kernstücke der insolventen Kirch Media.

12. Juni 2002: Taurus Holding und Kirch Beteiligungen stellen Insolvenzantrag.

17. Juni 2002: Das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Kirch Media wird offiziell eröffnet. Damit kann der Bieterwettbewerb beginnen.

26. Juli 2002: Der Bauer-Verlag verbündet sich mit der HypoVereinsbank, dem Spiegel-Verlag und Springer in einem Bieter- Konsortium. Später bleibt nur die HVB als Partner Bauers.

1. August 2002:Die erste Bieter-Runde für die KirchMedia ist vorbei. Sieben Konsortien aus dem In- und Ausland, die unverbindlich bis zu 2,6 Milliarden Euro bieten, bleiben im Rennen. Später wird der Kreis weiter auf drei Gruppierungen reduziert. Das Konsortium ist zunächst nicht dabei. Allerdings gibt es später permanent Veränderungen in den Bietergruppen und neue Gebote. Der Zeitpunkt für die Entscheidung wird daher immer wieder nach hinten verschoben.

10. Oktober 2002: Der Kirch-Sportrechtehandel wird an das Management um Günter Netzer verkauft.

30. Oktober 2002: Insolvenzverwalter und KirchMedia-Geschäftsführung verkünden, das Unternehmen solle an den Bauer-Verlag verkauft werden. Es müssten nur noch Details geklärt werden. Das Kartellamt kündigt eine genaue Prüfung an.

20. Dezember 2002: KirchMedia und Bauer sind sich weitgehend einig.

Januar 2003: Haim Saban legt ein neues Angebot vor und verbündet sich mit dem französischen TV-Konzern TF1. In den folgenden Wochen macht er Boden gut. Am Ende ist sein Angebot leicht höher.

20. Februar 2003: Der Bezahlsender Premiere wird an die Investorengruppe Permira verkauft.

10. März 2003: Der Gläubigerausschuss fordert Insolvenzverwaltung und Geschäftsführung auf, bis Ende der Woche mit einem der beiden Bieter abzuschließen. Die Mehrheit der Gläubiger neigt zu Sabans Offerte.

12. März 2003: Der Bauer-Verlag zieht sich aus dem Bieter-Wettbewerb um die Kirch Media zurück.

HB/dpa MÜNCHEN.

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