Chrysler-Chef muss gehen
Schrempp greift durch

Jürgen Schrempp verliert die Geduld. Nach einer Kette von Misserfolgen schickt der Daimler-Chrysler-Chef den ersten Mann der Chrysler-Organisation aus den USA, Jim Holden, in die Wüste. Das ist wieder ein Beispiel dafür, wer beim deutsch-amerikanischen Automobilhersteller das Sagen hat. Es ist schon lange keine "Fusion unter Gleichen" mehr, sondern die gezielte Übernahme von Chrysler durch das deutsche Unternehmen.

In den USA wird es eine verheerende Reaktion in der Öffentlichkeit auslösen, dass mit Dieter Zetsche künftig ein Deutscher die Geschäfte in der Chrysler-Zentrale von Auburn Hills leitet. Außerdem zeigt die Berufung Zetsches, wie gering das Vertrauen der Stuttgarter in die amerikanischen Kollegen ist. Auburn Hills wird stärker an Deutschland angebunden - Spekulationen um eine Trennung von Chrysler entbehren damit jeder Grundlage.

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass Strategie-Vorstand Eckhard Cordes neuer Lkw-Chef werden soll. Erstmals übernimmt der Schrempp-Vertraute einen Vorstandsposten, der mit dem operativen Automobilgeschäft zu tun hat. Cordes wird also auf einem Feld aktiv, das ihm später zum Sprung an die Konzernspitze verhelfen könnte. Zetsche, bislang einziger möglicher Kronprinz bei Daimler, bekommt nun einen ernst zu nehmenden Konkurrenten. Das Rennen um die Schrempp- Nachfolge hat begonnen.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie
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