"Chrysler hat aber keine Versprechungen gebrochen"
Neues Chrysler-Werk in Kanada ad acta gelegt

Der US-amerikanische Autobauer Chrysler hat wegen der schwachen Autokonjunktur sein Vorhaben aufgegeben, jenseits der kanadischen Grenze ein neues Werk für den Kleintransporter M80 zu bauen. Der Verzicht wurde von der Gewerkschaft am Donnerstag mit Enttäuschung aufgenommen.

Reuters DETROIT/TORONTO. "Der Zustand des Automarktes stellt eine beträchtliche Hürde vor allem für ein neues, kleines Einsteigermodell dar, wie wir es erwogen hatten", begründete Dieter Zetsche, der deutsche Chef der Daimler-Chrysler-Tochter, den Verzicht auf das neue 1,2 Mrd. US-Dollar teure Werk im nahe Detroit gelegenen Windsor in der kanadischen Provinz Ontario.

"Der Preiskampf, die anhaltenden Rabatte und die wachsenden Überkapazitäten in Nordamerika haben uns zu dem Schluss geführt, dass das nicht die richtige Zeit für den Aufbau neuer Kapazitäten ist", sagte er. Der M80 sollte gegen ältere Pickup-Modelle von Ford, GM und Toyota positioniert werden.

Mit der Aussicht auf das Werk hatte der Konzern im Herbst zum Ende eines langwierigen Tarifkonflikts mit der kanadischen Autoarbeiter-Gewerkschaft CAW maßgeblich beigetragen. Rund 2 500 Arbeitsplätze hätten dort entstehen sollen. Eine bestehende Chrysler-Fabrik in Windsor soll im Juli geschlossen werden. "Ich bin am Boden zerstört. Ich bin frustriert. Das war das letzte, was ich erwartet hätte", reagierte CAW-Präsident Buzz Hargrove auf die Aufgabe der Pläne.

"Ich kann die Emotionen verstehen. Wir haben gewusst, dass das eine große Enttäuschung hervorrufen würde", sagte Zetsche. Chrysler habe aber keine Versprechungen gebrochen. Das neue Werk hätte keine wirtschaftliche Grundlage gehabt. Zetsche bekräftigte gleichzeitig, Chrysler stehe zu seiner Ankündigung, bis 2005 in Kanada knapp zwei Milliarden US-Dollar zu investieren.

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