Chrysler und Mitsubishi bauen Stellen ab
Sanierungspläne bei Daimler-Chrysler nehmen Gestalt an

Vor der offiziellen Bekanntgabe des Sanierungsplans am kommenden Montag zeichnen sich immer mehr Details der "Reparaturmaßnahmen" bei Mitsubishi und Chrysler ab.

dpa-afx STUTTGART. Daimler-Chrysler will die angeschlagenen Autohersteller Chrysler und Mitsubishi offenbar mit Hilfe drastischer Sparprogramme sowie über den Austausch von Produktionsteilen sanieren. Der Aufsichtsrat des Unternehmens soll die einzelnen Aspekte auf einer Sitzung an diesem Freitag absegnen.

Branchenexperten erwarten dabei auch Ankündigungen über den Austausch von Komponenten zwischen Mercedes-Benz und Chrysler sowie zwischen Mitsubishi und Chrysler. Durch höhere Stückzahlen könnten auf diese Weise Kosten eingespart werden. In einem ersten Schritt hatte Daimler-Chrysler im Herbst vergangenen Jahres bekannt gegeben, dass ein Mercedes-Benz-Getriebe ab 2004 erstmals in einem Chrysler - Werk in den USA hergestellt werden soll. Nach einem Bericht des "Wall Street Journals" wird auch erwogen, komplette Motoren von Mercedes Benz - in Chrysler-Modelle einzubauen. Das Unternehmen hatte bisher stets betont, dass die Unterschiede zwischen den Marken nicht verwässert werden sollen.

Mitsubishi will Mitarbeiter entlassen

Der verschuldete japanische Autobauer Mitsubishi Motors, an dem Daimler-Chrysler mit 34 % beteiligt ist, will nach einem früheren Bericht der "Wirtschaftswoche" rund 8 000 der weltweit 65 000 Mitarbeiter entlassen. Für das laufenden Geschäftsjahr (31. März) rechne Mitsubishi mit Verlusten von umgerechnet 2,5 Mrd. DM (1,3 Mrd Euro). Das Magazin hatte berichtet, dass zwei Pkw-Werke geschlossen und die Lieferpreise der Zulieferer um 20 % gekürzt werden sollen.

Auch Chrysler baut Stellen ab

Der neue Chrysler-Chef Dieter Zetsche hatte bereits angekündigt, in seinem Unternehmen rund 26 000 Stellen abzubauen, sechs Werke zu schließen und die Zulieferer-Preise in drei Jahren um 15 % zu reduzieren. Der deutsche Betriebsrat Helmut Lense, der auch Mitglied des Aufsichtsrats ist, hatte jedoch betont, dass die Arbeitnehmer vom Konzern ein Sanierungsprogramm erwarten, dass über einen bloßen Personalabbau hinausgehe. Die Betriebsratsvertreter wollten sich vor der Aufsichtsratssitzung mit Mitgliedern der amerikanischen Gewerkschaften zu Gesprächen treffen.

Das Institut für Automobilwirtschaft (IFA) an der Fachhochschule Nürtingen tritt in einer am Donnerstag vorgestellten Studie für die strategische Neuausrichtung von Chrysler ein. Der Autohersteller solle sich auf die erfolgreichen Kernsegmente Großraumlimousinen und Geländewagen konzentrieren und vor allem seinen Absatz in Europa erhöhen. Dort liege der Marktanteil von Chrysler bisher bei nur 0,7 %. Nach Einschätzung des IFA wären 3 bis 4 % realistisch.

In Zeiten konjunktureller Schwankungen sei die Abhängigkeit vom nordamerikanischen Markt zu risikoreich. Chrysler könne zwar bis 2002 wieder schwarze Zahlen schreiben. Langfristig habe der amerikanische Konzernteil aber nur mit einer neuen Produktstrategie eine Chance.

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