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Chrysler zieht Debis abwärts

Die Probleme von Daimler-Chrysler in den USA lassen nicht nur die Gewinne bei Chrysler einbrechen, sondern auch bei der Dienstleistungstochter Debis (künftig Daimler-Chrysler Services).

ajo STUTTGART. Trotz eines Umsatzwachstums in den ersten neun Monaten von 40 % kündigt der Vorstand von Debis in der aktuellen Ausgabe der Mitarbeiterzeitschrift einen "deutlichen Rückgang" des operativen Ergebnisses gegenüber dem Vorjahr an. Es lag 1999 ohne Sondererträge aus dem Verkauf der Mobilfunktochter Debitel bei 1 Mrd.

Hauptgrund sind die Probleme von Daimler-Chrysler in den USA. Wesentlicher Punkt: Die Debis musste aufgrund des Preisverfalls für Chrysler-Fahrzeuge die Restwerte der verleasten Fahrzeuge erheblich nach unten korrigieren. Ähnliche Probleme gibt es bei der US-Nutzfahrzeugtochter Freightliner, die unter dem massiven Einbruch des US-Truck-Marktes leidet. Zudem sei die Debis von der Flowtex-Pleite betroffen, räumt der Vorstand ein. Wie es in Arbeitnehmerkreisen heißt, seien die Verluste "erheblich". Insgesamt musste die Dienstleistungssparte eine Sonderbelastung von 500 Mill. verkraften, was im dritten Quartal zu roten Zahlen führte.

Zwar heißt es bei Daimler-Chrysler, dass im vierten Quartal sei keine solche Belastung mehr zu erwarten sei. Doch Analysten befürchten, dass spätestens nächstes Jahr aufgrund des Abwärtstrends in den USA weitere hohe Wertberichtigungen fällig sind. "Da tickt eine Zeitbombe" sagt Erik Burgold von der BHF-Bank. Wie ein Debis-Sprecher bestätigte, soll künftig ein "Risikoausgleich" zwischen Chrysler und der Dienstleistungsparte erfolgen, was allerdings nur die Chrysler-Ergebnisse weiter drücken würde.

Die schlechte Lage bei Debis wird allerdings durch Sondererträge überdeckt, die aus der Einbringung des Debis Systemhauses in das Joint Venture mit der Deutschen Telekom resultieren. Analysten rechnen mit gut 2 Mrd. Euro. Es handele sich aber nur um reine Buchgewinne, die kein Geld in die Kasse brächten.

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