Archiv
Chrysler-Zulieferer wehren sich gegen Preissenkungen

Der Versuch des US-Autoherstellers Chrysler, die Kosten für Autoteile in diesem Jahr um 5 % zu senken, trifft bei großen Zulieferern auf Widerstand.

HB NEW YORK/DETROIT. Der Versuch des US-Autoherstellers Chrysler, die Kosten für Autoteile in diesem Jahr um 5 % zu senken, trifft bei großen Zulieferern auf Widerstand. Dana-Chef Joseph Magliochetti hat Investoren gesagt, dass er nicht dazu tendiere, die Kürzungen zu akzeptieren", sagte Analyst David Garrity von der Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein dem Handelsblatt. Ein Sprecher der Dana Corp., Toledo/Ohio, sagte, das Thema Kostensenkung befinde sich weiterhin im Diskussionsstadium. Dana liefert vor allem Achsen an die amerikanische Sparte der Daimler-Chrysler AG.

Der deutsche Zulieferer Robert Bosch GmbH bestätigt seine ablehnende Haltung. "Wir haben signalisiert, dass die Preissenkungen nicht akzeptabel sind", sagt ein Sprecher des Unternehmens auf Anfrage. Chrysler hat die Preise für laufende Aufträge an die Zulieferer seit Anfang des Monats bereits um die angekündigten 5 % reduziert. "Die Zulieferer verstehen die Kürzung als eine Art Kampfansage", meinte Analyst Garrity.

Chrysler hat in den vergangenen Wochen mit seinen 175 größten Zulieferern gesprochen und die Situation des Unternehmens und die der US-Automobilindustrie erläutert. Das Unternehmen rechnet mit Milliardenverlusten im Quartal und sieht sich einer abschwächenden Autokonjunktur gegenüber.

Auf einer Analystenkonferenz in der vergangenen Woche hatte Chrysler-Chef Dieter Zetsche von großer Akzeptanz unter den Zulieferern gesprochen. Aus Sicht einiger Zulieferer stellt sich das allerdings anders dar. "Die Zulieferer sind sauer, dass ihnen die Kürzung einfach diktiert wurde", sagte Neil De Koker, der Direktor des US Original Equipment Suppliers Association. -Zuliefererverbandes In diesem Verband sind 247 große Zulieferer organisiert. De Koker äußerte aber die Hoffnung, dass sich Chrysler mit den Zulieferern noch einigen könne.

Chrysler will gemeinsam mit den Zulieferern nach Möglichkeiten zur Kostensenkung suchen. Innerhalb der Automobilindustrie gelten die neuen Sparziele des US-Herstellers aber als ausgesprochen ehrgeizig. "Chrysler wird die 5 %-Kürzung nicht überall durchsetzen können", sagte Efraim Levy, Analyst bei Standard & Poor's.

In Branchenkreisen wird damit gerechnet, dass Alleinzulieferer wie der Achsenhersteller Dana eine größere Chance haben, sich den Preissenkungen zu verweigern, weil Chrysler auf deren Produkte stärker angewiesen ist.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%