Chung will 2006 fünften WM-Platz für Asien
Blatter feiert „WM des Lächelns“

FIFA-Präsident Joseph Blatter hat die Fußball-Weltmeisterschaft in Südkorea und Japan als vollen Erfolg gefeiert, obwohl das spielerische Niveau zu wünschen übrig ließ. "Vielleicht war es fußballerisch nicht die beste, aber dafür eine der interessantesten Weltmeisterschaften. Sie war überraschend, attraktiv und unterhaltsam", sagte der Weltverbands-Chef am Donnerstag vor der Weltpresse in Yokohama.

dpa YOKOHAMA/JAPAN. Auf Grund der perfekten Organisation und der imponierenden Gastfreundschaft der Ausrichter verlieh der Schweizer den ersten Titelkämpfen in Asien das Attribut "Weltmeisterschaft des Lächelns".

Lennart Johansson, Präsident der Europäischen Fußball-Union (Uefa) und Vorsitzender des WM-Organisationskomitees, schloss sich dem Kompliment an. "Erst dachte man, dass keiner glücklich werden könnte. Jetzt scheint es, dass alle glücklich geworden sind", urteilte der Schwede. Wie Blatter räumte auch Johansson ein, dass viele Spieler und etliche Referees nicht in WM-Form waren. Während den Schiedsrichtern und ihren Assistenten mitunter die Klasse fehlte, seien die Profis Opfer des Terminkalenders.

"Wir müssen den Mannschaften eine faire Zeit zur Vorbereitung geben. Wir haben eine Verantwortung für die Spieler", sagte Johansson. Wie die Spieler entlastet werden sollen, ist indes offen. Sowohl Blatter als auch Johansson unterstrichen, dass sie in den von ihnen organisierten Wettbewerben keine Abstriche machen wollen. Johansson bot keine Verkleinerung der Champions League an, sondern forderte stattdessen eine Reduzierung der Spiele in den nationalen Ligen.

"Es waren herrliche Stadien, eine tolle Logistik und ein wundervolles Publikum, das eine wundervolle Atmosphäre des Fair Play kreiert hat", schwärmte Blatter vom Ambiente der ersten Titelkämpfe in Asien und der ersten WM in zwei verschiedenen Länder: "Asien hat der Welt gezeigt, dass es eine große Veranstaltung ausrichten kann." Letztlich sei es ein Glücksfall gewesen, dass man die um die WM konkurrierenden Verbände aus Südkorea und Japan zur gemeinsamen Ausrichtung genötigt habe. "Der Fußball kann sich glücklich über dieses Co-Hosting schätzen. Die WM hat für ein besseres Verständnis zwischen den beiden Nationen gesorgt."

Japans Verbandschef Shunichiro Okano und sein koreanischer Kollege Chung Mong-Joon pflichteten dem bei. "Fußball ist universell. Er bringt die Menschen unabhängig von Rasse, Religion, Kultur und Politik zusammen", urteilte Okano. Passend dazu wird beim Finale in Yokohama Japans Kaiser Akihito den südkoreanischen Staatschef Kim Dae Jung empfangen. Allerdings wird der Weltpokal nicht wie bei den vergangenen Turnieren in Frankreich und den USA von ranghohen Regierungsvertretern übergeben, sondern von Blatter selbst.

Chung nahm den sportlichen Erfolg Südkoreas zum Anlass, für die WM 2006 eine Quotenerhöhung für Asien auf fünf Startplätze zu beantragen. Bei der laufenden WM hatte Asien 4,5 Plätze, davon allerdings zwei Freiplätze für die Gastgeber. Aus organisatorischer Sicht sprach der FIFA-Vizepräsident von einem großen Erfolg und nannte das Co-Hosting beispielhaft für die Zukunft: "Jetzt können sich auch andere kleinere Nationen den Traum erfüllen, eine WM auszurichten."

Ob dies bereits 2010 - vier Jahre nach der WM in Deutschland - der Fall sein wird, wenn Afrika an der Reihe ist, wird sich zeigen. Blatter unterstrich allerdings, dass künftig zwei oder mehrere Länder nur unter einer gemeinsamen Organisation antreten dürfen. In Südkorea und Japan hatte jedes Land sein eigenes OK.

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