CIA-Chef Tenet im Nahen Osten
PFLP-Führer Saadat wird nicht freigelassen

Trotz entsprechender Anordnung eines Militärgerichts wird der militante Palästinenserführer Ahmed Saadat nicht aus dem Gefängnis entlassen. Das palästinensische Kabinett hob am Montagabend die Anordnung des Gerichts auf.

wiwo/ap JERUSALEM/GAZA. Der Chef der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) steht derzeit in Jericho im Westjordanland unter amerikanischer und britischer Bewachung. Die PFLP war für die Ermordung des israelischen Tourismusministers Rehavam Seevi im Oktober vergangenen Jahres verantwortlich.

Das palästinensische Militärgericht hatte am Vormittag die Freilassung Saadats angeordnet. Zur Begründung hieß es, es gebe keine Verdachtsmomente gegen ihn. Die israelische Regierung hatte nach der Entscheidung gedroht, Saadats Freilassung mit allen Mitteln zu verhindern.

In einer Erklärung des palästinensischen Kabinetts hieß es am späten Abend, man respektiere zwar die Entscheidung des Gericht, doch könne man sich nicht umsetzen, "weil die israelischen Besatzungstruppen sofort nach dem Beschluss die Stadt Jericho abgeriegelt haben und Ministerpräsident Ariel Scharons Sprecher mit der Ermordung Saadats gedroht hat".

Saadat und vier weitere Mitglieder seiner Organisation waren deshalb von der palästinensischen Autonomiebehörde festgenommen worden. Die fünf wurden dann nach dem israelischen Truppeneinmarsch in das Westjordanland in die Residenz von Präsident Jassir Arafat gebracht. Sie waren dort mit ihm wochenlang eingeschlossen.

Arafat wollte im Laufe des Dienstags mit dem Chef des US-Geheimdienstes CIA, George Tenet, zusammenkommen und Sicherheitsfragen erörtern. Dabei ging es Verlautbarungen zufolge um die künftige Struktur der palästinensischen Sicherheitsdienste. Tenet hatte am Montag mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon gesprochen.

Scharon wird in der nächsten Woche in die USA reisen und dort mit US-Präsident George W. Bush über die Lage im Nahen Osten sprechen, wie am Montag in Washington bekannt gegeben wurde. Unmittelbar zuvor wollte sich Bush mit dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak treffen

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