Cisco bekommt von 3Com Konkurrenz
Netzwerkausrüster setzen auf Produktoffensive

Mit Produktoffensiven haben führende Netzwerkausrüster wieder für Bewegung im Markt für so genannte Router gesorgt. Mit den Geräten soll die Videotelefonie zum Unternehmensalltag werden.

HB MÜNCHEN/ASCHEHEIM. Das amerikanische Unternehmen Cisco Systems reagierte am Dienstag in München mit einer neuen Generation von Routern auf den wachsenden Wettbewerbsdruck. Mit zwei neuen Produktreihen und deutlich niedrigeren Preisen will dagegen die kalifornische Firma 3Com den großen Marktführer herausfordern. Router sind Netzwerkkomponenten, die wie Lotsen dafür sorgen, dass die verschickten Datenpakete an der richtigen Adresse ankommen.

"Wir sind dem Wettbewerb mit diesen Produkten mindestens 18 bis 24 Monate voraus", sagte Cisco-Deutschlandchef Andreas Dohmen. Nach der Integration von Daten-, Gesprächs- und Videoübertragung in einem Netzwerk sei Cisco nun einen Schritt weiter auf dem Weg zum intelligenten Netzwerk, sagte der für Vertrieb zuständige Vize- Präsident Nick Earle. "Für IT-Manager ist das Netzwerk heute wichtiger als die Anwendungen, die darüber betrieben werden." Die neue Routerfamilie ermögliche den sicheren und gleichzeitigen Betrieb mehrere Netzwerk-Dienste, ohne dass die Datenübertragungsgeschwindigkeit dadurch beeinträchtigt wird.

Unterdessen will 3Com mit seinen neuen Produktreihen nun auch Komplettanbieter von Routern werden und mit einer deutlichen Preisoffensive weitere Marktanteile hinzugewinnen. Die neuen Produkte will das Unternehmen 30 bis 50 Prozent günstiger als vergleichbare Cisco-Router anbieten. "Vor allem größere Unternehmen haben dank unserer Produkte nun endlich eine echte Alternative", sagte Espen Lund, Geschäftsführer 3Com in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Router seien heute ein weitgehend standardisiertes Produkt, so dass sich die Kaufkriterien in den letzten Jahren deutlich verschoben hätten.

3Com war Ende vergangenen Jahres eine Partnerschaft mit Huawei Technologies, dem größtem Netzwerkausrüster in China eingegangen, um sich gegen den Branchenriesen Cisco zu behaupten. Cisco hatte lange Zeit den Router-Markt mit einem Marktanteil von mehr als 90 Prozent dominiert. Nach Angaben des Marktforschungsinstituts Infonetics soll Cisco im abgelaufenen Kalenderquartal mehr als zwei Drittel des weltweiten Umsatzes mit Routern für den Unternehmensbedarf gemacht haben.

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