Cisco veröffentlicht am Montag Quartalsergebnisse
Wall Street wartet auf Ausgang der US-Wahlen

"Die Wall Street hat schon so eine 'das- Glas-ist- halb- leer- Mentalität', die gegenwärtigen Kurse reflektieren schon alle möglichen Enttäuschungen", glaubt Marktstratege Phil Dow vom Investmenthaus Dain Rauscher. Er bezweifelt, dass es in nächster Zeit einen Auslöser für eine echte Rally geben könnte. "Die Investoren konzentrieren sich vor allem auf die schlechten Nachrichten."

hus NEW YORK. So wurden auch die neuesten ökonomischen Daten mit wenig Begeisterung aufgenommen. Die Arbeitslosenquote hielt sich im Oktober bei niedrigen 3,9%, der Lohnanstieg beschleunigte sich, im Dienstleistungs-Bereich steigen die Preise, und die Industrieaufträge im September erhöhten sich stärker als erwartet. Das dämpfte die Hoffnung, dass die US-Zentralbank demnächst die Zinsen senken könnte.

"Die Zahlen waren für viele Anleger ein Vorwand, sich jetzt, vor dem Wochendende und den Präsidentschafts-Wahlen, noch schnell von ein paar Aktien zu trennen", sagte Chefstratege Peter Cardillo von der Westfalia Investments Vermögensverwaltung. Aber er glaubt, dass die neuen Daten die Hoffnung auf eine weiche Landung der US-Wirtschaft verstärken.

Anleger brauchen Reibungsfläche

Für Ungewißheit sorgen in dieser Woche die Präsidentschaftswahlen. Bis zur Entscheidung dürften sich deshalb viele Anleger zurückhalten. Die Wall Street bevorzugt ein Machtverteilung zwischen Demokraten und Republikanern. Wer immer Präsident wird, sollte mit einem von der Gegenpartei beherrschten Kongress konfrontiert sein. "Wir lieben es wenn es innerhalb der Regierung viel Reibungsfläche gibt, dann mischt sie sich nicht so viel ein", sagt Marktanalyst John Manley von der Investmentbank Salomon Smith Barney. Es gibt auch Stimmen, die glauben, dass ein Sieg der Republikaner in sämtlichen Regierungs-Organen den Märkten Auftrieb geben wird. Die Republikaner gelten als industriefreundlicher als die Demokraten.

Besonderes Interesse richtet sich an der Wall Street auf die für heute abend erwarteten Quartalsergebnisse des Internet- und Telekommunikationsausrüsters Cisco. Die Aktie war vergangenen Montag nach einem warnenden Analysten-Report um 5% eingebrochen, erholte sich im Lauf der Woche aber wieder und liegt jetzt um 12% höher als zu Wochenanfang. Großeren Schwankungen sind derzeit auch die zinsempfindlichen Finanzwerte unterlegen. Nach den jüngsten Konjunkturdaten fiel etwa der Kurs der Investmentbank-Aktie J.P. Morgan deutlich ab. Auch der Aluminiumhersteller Alcoa, der Pharmawert Merck, der Computerhersteller IBM und die High-Tech-Werte Intel und Microsoft gaben zum Wochenende nach.

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