Citibank will Vermögensberatung ausbauen
Auch mit Privatkunden lässt sich Geld verdienen

Während die deutschen Großbanken im Privatkundengeschäft unter chronischer Ertragsschwäche leiden, ist die Citibank auf diesem Feld recht erfolgreich.

pot FRANKFURT/M. Die deutsche Citibank Privatkunden AG hat ihren Vorsteuergewinn im ersten Halbjahr um 21 Prozent auf 367 Mill. Euro gesteigert.

Dementsprechend selbstbewusst präsentierte sich gestern das Management. "Wir widerlegen den Mythos, dass man in diesem Geschäft kein Geld verdienen kann", sagte Vertriebsvorstand Peter Buschbeck mit Blick auf die Probleme der Konkurrenz. Die seit letztem Sommer amtierende Vorstandschefin Christine Licci freute sich über "ein Rekordhalbjahr trotz des schlechten Marktumfelds" und bekräftigte ihr ehrgeiziges Ziel, den Gewinn innerhalb von fünf Jahren zu verdoppeln. Im vergangenen Jahr lag der Gewinn vor Steuern und Risikovorsorge bei 807 Mill. Euro. Dazu beitragen soll vor allem ein massiver Ausbau der Vermögensberatung. Bisher trägt diese Sparte lediglich ein Fünftel zum Gewinn bei. Ihr Geld verdient die Citibank vor allem mit Konsumentenkrediten, die knapp zwei Drittel des Gesamtgeschäfts ausmachen. Damit hat die Citibank in Deutschland einen Marktanteil von rund acht Prozent. In den anderen Geschäftsbereichen kommt sie auf rund ein bis zwei Prozent Marktanteil. Künftig sollen die Kunden in so genannten Investment Centern bei Anlageentscheidungen besser beraten werden. Bereits im Frühjahr wurden die Zentren in Hamburg und Berlin eröffnet, gestern kam als dritter Standort Frankfurt hinzu. Bis Ende nächsten Jahres ist die Eröffnung von insgesamt 13 Investment Centern geplant. Ferner soll die Zahl der mobilen Finanzberater von 45 binnen Jahresfrist auf über 100 wachsen. Auch das Marketing soll forciert werden. "In der Vergangenheit haben wir etwas zu wenig für die Marke getan", räumte Licci ein.

Innerhalb der Citigroup ist Deutschland im Privatkundengeschäft der zweitwichtigste Markt nach den USA. "Wir sind die klassische Bank für die Masse", beschreibt Buschbeck das Selbstverständnis der Bank. Als Schlüsselfaktoren für den Erfolg sieht er eine konsequente Kundenansprache, die effiziente Organisation der Abwicklung der Geschäfte (Back Office) sowie eine hohe cross-selling-Quote, also den Versuch, einem Kunden möglichst viele Produkte zu verkaufen. Die Aufwands-Ertragsquote liegt mit 47 % weit unter dem Wert der deutschen Großbanken.

Ganz entziehen konnten sich die Citibank dem schlechten Umfeld allerdings nicht. So wurde die Risikovorsorge im ersten Halbjahr um 48 % auf 118 Mill. Euro aufgestockt. Die übrigen Eckdaten weisen auf ein verhaltenes Wachstum hin. Das Kreditvolumen stieg um knapp fünf Prozent. Die Zahl der Girokonten erhöhte sich um 24 700 auf 974 000 und soll in diesem Jahr die Millionen-Grenze überschreiten. Entgegen dem Branchentrend wuchs auch das Fondsvermögen um über drei Prozent auf 2, 9 Mrd. Euro.

Um ihre Wachstumsziele zu erreichen will die Citibank bis Ende kommenden Jahres 100 Mitarbeiter neu einstellen. Derzeit beschäftigt die Bank bei 2,5 Millionen Kunden und 286 Filialen 5 400 Mitarbeiter. Licci betonte, man könne die Gewinnverdoppelung aus eigener Kraft erreichen. Allerdings habe das Management hinsichtlich der Übernahme anderer Banken "immer die Augen auf". Ein konkretes Interesse gebe es derzeit aber nicht.

Quelle: Handelsblatt

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