Citigroup und Bank of America übertreffen Analysten-Erwartungen: US-Banken verdienen glänzend

Citigroup und Bank of America übertreffen Analysten-Erwartungen
US-Banken verdienen glänzend

Die meisten Großbanken in den USA verdienen trotz der unsicheren Konjunkturlage glänzend. Die beiden Branchenriesen Citigroup und Bank of America konnten den Gewinn im ersten Quartal kräftig steigern. Sie profitierten vor allem vom starken Geschäft mit Privatkunden.

NEW YORK. Das Privatkundengeschäft der großen US-Banken brummt. Starkes Wachstum bei Hypothekenkrediten, Spareinlagen und Kreditkarten verhalf dem weltgrößten Finanzkonzern Citigroup zu einem Rekordergebnis im ersten Quartal dieses Jahres. Citigroup meldete am Montag einen Nettoertrag von 4,1 Mrd. $ - ein Plus von 18 % gegenüber dem bereinigten Gewinn vom ersten Quartal 2002. Damit zählt der Konzern zu den drei profitabelsten Unternehmen der Welt, nach dem Ölkonzern Exxon und in etwa gleich auf mit Royal Dutch / Shell.

Die nach Börsenwert zweitgrößte US-Bank, Bank of America, steigerte ihren Quartalsgewinn um 11 % gegenüber dem Vorjahr und übertraf damit ebenso wie die Citigroup die Analystenprognosen. Die siebtgrößte US-Bank, Fleetboston Financial, verdiente indes 23 % weniger als im ersten Quartal 2002. Hier konnte das stabile Privatkundengeschäft die Verluste aus faulen Firmenkrediten nicht ausgleichen.

Trotz Börsenkrise und Konjunkturflaute wächst die Nachfrage der Amerikaner nach Baudarlehen und Kreditkarten ungebrochen. Die Niedrigzinspolitik der US-Notenbank hat zu einem 40-Jahrestief bei den Zinsen für Hypothekenkredite geführt. Viele Verbraucher nutzen dies, um Baukredite aufzunehmen oder bestehende Darlehen zu günstigeren Konditionen umzuschulden. Davon profitierte auch der weltgrößte Hypothekenfinanzierer Fannie Mae, der in staatlichem Auftrag private Häuser finanziert. Fannie Mae steigerte den Quartalsgewinn um 60,5 % auf 1,94 Mrd. $.

Weniger erfreulich läuft das Geschäft mit Unternehmenskrediten. Viele Banken, darunter Fleetboston und die zweitgrößte US-Bank, JP Morgan Chase,wurden hart getroffen von Zahlungsausfällen in Lateinamerika und in US-Krisenbranchen. Die Banken bemühen sich nun, ihr Kreditvolumen abzubauen. So hat Bank of America im vergangenen Jahr die Ausleihungen an Telekomkonzerne um 32 % und an Fluglinien um 16 % gekappt.

Die neun größten US-Banken legen in dieser Woche ihre Quartalszahlen vor. Laut dem Finanzdatendienst Thomson Financial erwarten Analysten nur bei drei Instituten rückläufige Gewinne. Dies sind neben Fleetboston die zweitgrößte US-Bank JP Morgan Chase und die Nummer neun, National City Corp.

Der unbestrittene Marktführer Citigroup erzielte sein Gewinnwachstum vor allem im Bereich Globale Privatkunden, der ein Plus von 26 % beim Nettoertrag erzielte. "Der Verbraucher hat sich in den vergangenen Jahren trotz der unsicheren Konjunkturlage als starke Stütze für unser Geschäft erwiesen", sagte Citigroup-Finanzchef Todd Thomson in einem Fernsehinterview. Im abgelaufenen Quartal profitierte der Konzern außerdem vom Zukauf der Golden State Bancorp im vergangenen November. Dadurch konnte die Citigroup die Zahl ihrer amerikanischen Filialen mehr als verdoppeln.

Im Bereich Investmentbanking verdiente die Bank glänzend mit Firmenanleihen und arrangierten Krediten. In dieser Sparte rangierte die Citigroup-Investmentsparte, die bislang unter Salomon Smith Barney firmierte, in den USA jetzt erstmals auf dem Spitzenplatz vor dem Rivalen JP Morgan Chase. Im Aktiengeschäft und bei der Fusionsberatung verlor Citigroup dagegen Marktanteile. Diese beiden Bereiche leiden besonders unter der anhaltenden Flaute an den Börsen.

Die stark auf das Privatkundengeschäft fokussierte Bank of America konnte ihren Gewinn vor allem im Bereich Hypothekenkredite steigern. Mit 405 Mill. $ lag der Nettoertrag in dieser Sparte mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahresquartal. Die steigende Zahl zahlungsunfähiger Privatkunden (Privat-Bankrotte) bereitet der Bank laut Finanzchef Jim Hance keine Sorgen: "Die Zahlungsausfälle haben sich insgesamt sehr stabil entwickelt", sagte Hance am Montag.

Das größte Risiko für die US-Finanzinstitute ist eine Verschlechterung der Konjunkturlage. Steigt die Arbeitslosigkeit und sinken die Einkommen der US-Bürger, wäre die bisherige Stabilität des Privatkundengeschäfts in Frage gestellt. Eine schwache Wirtschaft würde zudem neue Firmenpleiten hervorrufen. Doch bislang haben die Banken die Konjunkturflaute gut bewältigt, meint John Lonski, Chefvolkswirt der Ratingagentur Moody?s. "Wir haben keinen steilen Anstieg der Zahlungsprobleme bei Verbraucherkrediten erlebt", sagte Lonski. Zudem hätten die Banken seit einer Weile ihre Anforderungen bei der Kreditvergabe an Unternehmen erhöht.

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