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Königliche Gehälter

Die zehn bestbezahlten Hedge-Fonds-Manager bekommen ein Jahresgehalt von durchschnittlich 600 Mill. Dollar. Dabei hat ein erheblicher Teil der exorbitanten Forderungen überhaupt nichts mit der Leistung zu tun, die sie erbringen.

Wie viel Geld ist eine gute Führungskraft wert? Der britische Kronprinz Charles hat laut Steuererklärung 2005 Einkünfte von 14 Millionen Pfund erzielt. Viel Geld, aber immerhin hat Charles über seine Wohltätigkeitsorganisationen gleichzeitig 110 Millionen Pfund für gute Zwecke hereingeholt. Also am Ende keine schlechte Investition.

Ganz andere Belastungen kämen auf die Briten zu, müssten sie mit ihren Steuern die Gehälter der besten Hedge-Fonds-Manager bezahlen. Die Fachzeitschrift Alpha Magazine führt auf Rang eins ihrer Geldrangliste den Amerikaner James Simons. Der studierte Mathematiker verdiente 2005 kühl kalkulierte 1,5 Mrd. Dollar. Im Schnitt kommen die Top-Ten unter den Hedge-Fonds-Managern auf ein Jahresgehalt von 660 Mill. Dollar.

Aber verdienen die Hedge-Fonds, was sie verdienen?

Denn ein erheblicher Teil der exorbitanten Entlohnung hat überhaupt nichts mit der Leistung zu tun. Die Investoren haben in den vergangenen Jahren schlicht und einfach enorme Summen in die Hedge-Fonds gepumpt. Mittlerweile verwaltet die Branche weit über eine Billion Dollar, und für jeden einzelnen Dollar wird eine Managementgebühr fällig, meist zwischen zwei und fünf Prozent.

Dazu kommen Gebühren, die an die Wertentwicklung gekoppelt sind, und die fallen bei den Top-Fonds mit bis zu 45 Prozent happig aus. Die besten der Zunft bieten dafür einiges: Der Medallion-Fonds von James Simons bescherte den Anlegern 2005 eine Rendite nach Gebühren von 30 Prozent. Einer der Fonds, die der Ölmagnat T. Boone Pickens betreut, kam sogar auf eine Nettorendite von 90 Prozent.

Doch sechs der 25 Topverdiener boten den Anlegern im vergangenen Jahr nur einstellige Renditen. Hinzu kommt, dass auch für Hedge-Fonds eine Art Gesetz der fallenden Profitraten zu existieren scheint. Wenn die Investoren immer mehr Geld in immer mehr Fonds pumpen, wird es für die Manager wegen des härteren Wettbewerbs um interessante Investitionsmöglichkeiten immer schwieriger, attraktive Gewinne einzufahren. Da haben es die Briten mit den Investitionen in ihr Königshaus doch erheblich leichter. Umgerechnet auf die Bevölkerungszahl kostet Prinz Charles gerade einmal 3,5 Pence, gemessen am Unterhaltungswert der Royals ist das ausgesprochen günstig.

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