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Claudia Roth getroffen und verärgert: Grüne distanzieren sich von der "taz"

Die Grünen haben sich bei ihrem Bundesparteitag in Rostock scharf von der linksalternativen "tageszeitung" (taz) distanziert. Bundesgeschäftsführer Reinhard Bütikofer sagte am Samstag, das Titelbild der Samstagausgabe sei "unter aller Kritik".

Reuters ROSTOCK. Der Titel zeigt neben der Überschrift "Die Gurke des Jahres" ein seitengroßes, nachkoloriertes Foto von Parteichefin Claudia Roth, auf der sie einen grünen Umhang über einem roten Abendkleid trägt. Unter der Titelzeile heißt es weiter: "Mülltrennung in Rostock: Grüne diskutieren Krieg und Koalition." Chefredakteurin Bascha Mika sagte Reuters, es handele sich um eine Satire. Von Claudia Roth hieß es in Parteikreisen, sie sei getroffen und verärgert gewesen.

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Bütikofer sagte, die von Grünen mit gegründete Zeitung werde nicht wie bei früheren Parteitagen von Grünen-Mitarbeitern gratis verteilt. "Die taz kann das auf eigene Kosten tun." Wer das Blatt lesen wolle, könne es auch beim Lieferanteneingang abholen. Auch der nordrhein-westfälische Landeschef und Parteilinke, Frithjof Schmidt, sagte, die Seite sei "unter der Gürtellinie". Trotz der Kritik der Parteispitze lag die Zeitung auf vielen Delegiertentischen in der Rostocker Stadthalle.

Chefredakteurin Mika sagte, die Seite sei vom Satire-Ressort "Wahrheit" aus Anlass seines zehnjährigen Bestehens gestaltet worden. "Es wundert mich schon, dass die Grünen nicht verstehen, was Satire ist", sagte Mika. Das Satirische ergebe sich auch aus dem Text des Aufmachers. Der Begriff "Gurke des Jahres" erinnere an die feste taz-Rubrik "Gurke des Tages", sei aber nicht auf Claudia Roth, sondern auf die Grünen insgesamt gemünzt.

Mika sagte, die Kritik könne sie nicht nachvollziehen, aber: "Ich freue mich über diese kostenlose Werbung.

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