Claussen-Familie hält knapp zehn Prozent der Anteile
Beiersdorf-Gründer könnte Procter stoppen

Der Poker um die Hamburger Beiersdorf AG (Nivea, Tesa, Hansaplast) geht in eine neue Runde. Danach ist die Hamburger Großfamilie Claussen nicht bereit, ihren knapp 10-prozentigen Anteil an der Beiersdorf AG zu verkaufen. Die Familie hat kein Interesse daran, dass der Kosmetikriese an einen ausländischen Investor fällt, der das Unternehmen mittelfristig zerschlagen würde. Dies erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen der Claussen-Familie.

HAMBURG. An der Börse ist das Aktienpaket derzeit mit knapp 1 Mrd. Euro bewertet. Die Notierung von Beiersdorf kletterte gestern leicht um 2,1 % auf 113,10 Euro.

Unklar ist allerdings, ob die Hamburger Familie möglicherweise ihr Aktienpaket mit der neuen Tchibo-Holding poolt, um der Hamburger Kaffeedynastie den Weg für eine Mehrheit an Beiersdorf zu eröffnen. Mit einer solchen Bündelung würden sich die Hürden für eine feindliche Übernahme der Beiersdorf AG deutlich erhöhen. Als mögliche Interessenten des Unternehmens gelten der US-Konsumgüterriese Procter & Gamble, die französische L?Oreal-Gruppe und der niederländische Unilever-Konzern.

Auch Tchibo ist an einer Übernahme von Beiersdorf interessiert, bekräftigte gestern Holding-Chef Dieter Ammer. Die Übernahme komme aber nur zu einem "fairen Preis" in Frage, sagte Ammer gegenüber der Tageszeitung "Die Welt" (Donnerstagsausgabe).

Von Beiersdorf besitzt die Allianz knapp 44 %, weitere 30 % hält die Hamburger Tchibo Holding AG. Sie hatte erst Anfang der Woche ihre Aktionärsstruktur neu geregelt. Dabei hatte die Tchibo Holding die Großaktionäre Günter und Daniela Herz für einen Betrag von 4 Mrd. Euro ausgekauft.

Carl Claussen, Sprecher der Hamburger Claussen-Familie und Aufsichtsratsmitglied bei Beiersdorf, sowie eine Beiersdorf-Sprecherin lehnten hierzu eine Stellungnahme ab. Die Firmensprecherin erklärte allerdings, dass die Claussen-Familie über einen Anteil im einstelligen Prozentbereich an dem Kosmetikkonzern verfüge. Die Aktien seien auf mehrere Familienmitglieder verteilt, sagte sie. Einzelne meldepflichtige Größen seien nicht vorhanden. Zum Hintergrund: Lediglich Einzelaktionäre, die über mehr als 5 % des AG-Kapitals verfügen, müssen dies der Börse und dem Unternehmen anzeigen.

Die Mitglieder der Familie Claussen sind die Nachfahren des Beiersdorf-Firmengründers Oscar Troplowitz. Zu ihnen gehört Georg Wilhelm Claussen, Großneffe des Firmengründers. Er war von 1957 bis 1979 Vorstandsvorsitzender der Beiersdorf AG. Heute sitzt Carl Claussen, einer seiner Nachfahren, im Aufsichtsrat von Beiersdorf.

Analysten bezweifeln jedoch, dass die Familie an ihrem Anteil festhalten wird. "Ich kann mir gut vorstellen, dass die Familie Claussen ihr Paket verkaufen wird - wenn der Preis stimmt", sagt Michael Mantlik, Analyst bei der Hamburger Vereins und Westbank. -

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