Clement: Region bietet bestmögliche Rahmenbedingungen
Düsseldorf wird Bewerberstadt für Olympia 2012

Die Stadt Düsseldorf geht für die Region an Rhein und Ruhr in das Rennen um eine deutsche Bewerbung für die Olympischen Spiele im Jahr 2012. Das erklärte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Wolfgang Clement am Freitag in Düsseldorf.

dpa DÜSSELDORF. "Die Rhein-Ruhr-Region ist in jeder Hinsicht für die Ausrichtung von Olympischen Spielen geeignet", sagte Clement. Nordrhein-Westfalen habe "bestmögliche Rahmenbedingungen" und biete "hervorragende Voraussetzungen und hervorragende Sportstätten", meinte Clement.

Nach Angaben des Ministerpräsidenten begeistern sich 80 % der rund zehn Millionen NRW-Bürger für die Idee der Olympischen Spiele an Rhein und Ruhr. "Die Region macht sich auf den Weg", sagte Clement fast euphorisch. Nach etlichen Gesprächen und zum Teil zähem Ringen hatten sich der Ministerpräsident, Sportminister Michael Vesper sowie die Oberbürgermeister der an der künftigen Olympia- Bewerbung beteiligten Städte Aachen, Bochum, Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Köln und Oberhausen auf die NRW-Landeshauptstadt als Bewerberstadt festgelegt.

Nun ist der Schulterschluss vollzogen und alle Städte wollen in einer "Olympia-Initiative Rhein-Ruhr" künftig an einem Strang ziehen. Clement: "Wir treten gemeinsam an, und wir haben uns heute in die Hand versprochen, gemeinsam an der faszinierenden Perspektive der Olympischen Spiele zu arbeiten." Er freue sich "von Herzen", so der sichtlich begeisterte SPD-Politiker.

Zweckverband Olympia Rhein-Ruhr sitzt in Essen

Die Städte zwischen Düsseldorf, Duisburg und Dortmund befinden sich derzeit im Gründungsprozess für einen "Zweckverband Olympia Rhein-Ruhr" mit Sitz in Essen. Köln, Aachen und Bonn wurden eingeladen, sich ebenfalls an diesem Bündnis zu beteiligen.

Düsseldorfs Oberbürgermeister Joachim Erwin erklärte, die Landeshauptstadt sei bereit, "das Banner als eine unter Gleichen zu tragen". Das CDU-Stadtoberhaupt gestand jedoch auch ein, dass die NRW-Bewerbung gegenüber den anderen deutschen Kandidaten Rhein- Main/Frankfurt, Leipzig und Stuttgart "ein bisschen aufholen" müsse: "Die anderen sind ein Stückchen weiter als wir."

Walther Tröger, der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK), hält die Austragung der dritten olympischen Sommerspiele in Deutschland nach Berlin 1936 und München 1972 im Jahr 2012 für möglich. "Ich denke, die Chancen sind nicht schlecht", sagte der 72- Jährige einer Bonner Zeitung. Einer Bewerbung um Olympia 2012 steht der NOK-Chef, der sich am Freitag in Baku bei einer Sitzung der europäischen NOKs aufhielt, im Grundsatz optimistisch gegenüber.

Selbst wenn Siegchancen beim ersten Mal nicht vorhersehbar seien, haben Bewerbungen nach Einschätzung Trögers ihren Wert, "schon durch die Vorbereitung auf die Spiele, durch die Schaffung einer positiven Atmosphäre und die Verbesserung der Infrastruktur". Clement betonte, im Fall eines Scheiterns im ersten Anlauf wolle man für 2016 einen neuen Versuch wagen. Sollte Paris nach Athen 2004 den Zuschlag für 2008 bekommen, würden die Chancen für 2012 sinken, weil in diesem Fall zum dritten Mal hintereinander eine europäische Metropole Olympia ausrichten würde.

Bewerbungskosten belaufen sich auf 5 Mill. DM

Neben Düsseldorf wollen Stuttgart, Leipzig und die Rhein-Main- Region mit Frankfurt in die innerdeutsche Ausscheidung für die Bewerbung um die Olympischen Spiele 2012 gehen. Das NOK wird erst in diesem November entscheiden, ob Deutschland sich für 2012 bewirbt. Wer die deutschen Farben schließlich vertritt, wird erst 2003 entschieden. Spätestens im Sommer 2004 sollen alle Kandidatenstädte feststehen. NRW rechnet mit einem Dutzend internationaler Konkurrenten. Das Internationale Olympische Komite e (IOC) entscheidet dann nach einer Vorauswahl im Jahr 2005 unter letztlich fünf Bewerbern, wer das größte Sportereignis der Welt austragen darf. Die IOC-Statuten verlangen, dass sich nur eine Stadt, nicht aber eine Region um Olympia bewerben kann. Daher musste sich NRW auf eine Bewerberstadt festlegen.

Clement rechnet damit, dass im Fall der Olympia-Ausrichtung allein für den Bau neuer Wettkampfstätten 2 Mrd. DM fällig werden. Die Kosten der nationalen Bewerbung bis November 2001 bezifferte er auf rund 5 Mill. DM. "Das Land wird unabhängig davon so profitieren, wie es kein anderes Projekt bewegen kann", meinte Clement.

Die potenziellen Sportstätten müssten insgesamt rund 800 000 Plätze aufweisen, und für Unterbringungsmöglichkeiten etwa 42 000 Betten zur Verfügung stehen. Benötigt werden 16 Sporthallen mit Kapazitäten zwischen 2 500 und 18 000 Plätzen, 13 Stadien (5 000 bis 80 000) sowie zwölf spezifische Anlagen (3 000 bis 50 000). Ein Olympia-Stadion müsste zwangsläufig in Düsseldorf neu gebaut werden.

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