Clement setzt auf Reformen
Zeitung: 4,52 Millionen Arbeitslose im April

Die Zahl der Arbeitslosen ist einem Zeitungsbericht zufolge im vergangenen Monat gesunken, liegt mit über 4,5 Mill. aber auf dem höchsten April-Wert seit der Wiedervereinigung. Nach Einschätzung von Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) könnte die Zahl der Arbeitslosen ab den Jahren 2004 oder 2005 um jährlich 200 000 bis 300 000 sinken, wenn die Reformpläne der Regierung umgesetzt werden.

Reuters BERLIN/DORTMUND. Im April seien 4,52 Mill. Menschen in Deutschland arbeitslos gewesen, berichtete die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf Experten der Bundesanstalt für Arbeit (BA). Grund für die hohe Zahl seien die weiterhin lahmende deutsche Konjunktur und die Kündigungen zum Quartalsende.

Von Reuters befragte Arbeitsmarktexperten erwarten für April eine Arbeitslosenzahl von knapp über oder unter 4,5 Millionen. Mit einer Trendwende rechnen die Experten erst 2004.

Im März hatten die schwache Konjunktur und der Irak-Krieg den üblichen Frühjahrsaufschwung am Arbeitsmarkt deutlich gebremst. Die Arbeitslosigkeit war für die Jahreszeit nur ungewöhnlich gering um rund 98 000 auf 4,608 Mill. gesunken. Die amtlichen Zahlen für April gibt die BA am Mittwoch bekannt.

Clement sagte am Sonntag auf einer Diskussionsveranstaltung in Dortmund, wenn die Reformpläne etwa bei der Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe umgesetzt würden, könnte die Zahl der Arbeitslosen im Jahr 2004/2005 um 200 000 bis 300 000 zurückgehen. Ziel sei, in zehn Jahren die Arbeitslosenquote auf zwei, drei oder vier Prozent zu senken und damit quasi Vollbeschäftigung zu erreichen. "Wir haben bisher viel gefördert, aber nicht genug gefordert", betonte Clement. Die Reformen müssten dieses Jahr Gesetzeskraft erlangen.

Der Minister fügte hinzu, in ein bis zwei Jahren solle jedem arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren ein zumutbares Angebot gemacht werden, entweder in Form eines Praktikums, einer Ausbildung, einer Berufsvorbereitung, einer Umschulung oder eines Arbeitsplatzes. Bereits in diesem Jahr sollen 100 000 Jugendliche ein entsprechendes Angebot erhalten. Für Ältere würden zur Zeit Modelle entwickelt, wie sie am besten wieder vermittelt werden können.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%