Clement und Wiesheu machen Dampf für den Transrapid

Archiv
Clement und Wiesheu machen Dampf für den Transrapid

Die Landesregierungen von Nordrhein-Westfalen und Bayern schieben ihre regionalen Transrapid-Projekte an, obwohl die Ergebnisse der Machbarkeitsstudien erst im nächsten Jahr vorliegen werden.

ek/mwb HANDELSBLATT, 12.7.2001 DÜSSELDORF/MÜNCHEN. Gestern unterzeichnete NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) gemeinsam mit dem Chef der Deutschen Bahn AG, Hartmut Mehdorn, in Frankfurt/Main eine gemeinsame Erklärung zu Planung, Bau und Betrieb des "Metrorapid NRW". Heute werden in München der bayerische Wirtschafts- und Verkehrsminister Otto Wiesheu (CSU) und der Bahnchef ein ähnliches Papier für eine Transrapid-Verbindung in München zum Flughafen unterzeichnen.

Clement will die 77 km lange Strecke, die zwischen Dortmund und Düsseldorf überwiegend Bahntrassen nutzen soll, bis zur Fußballweltmeisterschaft im Jahr 2006 realisiert haben. Eine Planungsgesellschaft unter Beteiligung der Bahn werde ihre Aufgaben spätestens im Februar 2002 aufnehmen.

Bahnchef Mehdorn machte deutlich, dass die Bahn sich als "der kompetente Betreiber hochtechnologischer spurgeführter Transportsysteme" sieht. Sie werde aber nur dann die Betreiberrolle übernehmen, wenn sich das Projekt für sie rechne und auch verkehrlich Sinn mache. Nach ersten Schätzungen wird das Projekt etwa 7 Mrd. DM kosten. Clement hofft auf Mittel des Bundes, der für Magnetbahn-Projekte 4,5 Mrd. DM bereit stellen will.

Mächtig Dampf macht auch die Bayrische Staatsregierung bei der Realisierung eines Airport-Transrapid. "Wir sind weiter in der Vorbereitung als Nordrhein-Westfalen", heißt es in Regierungskreisen. Bereits bis Monatsende will Wiesheu nach früheren Angaben die Gründung der privatrechtliche Projektgesellschaft mit der Deutschen Bahn durchs Kabinett gebracht haben. Die Gutachten für die rund 3 Mrd. DM teure und 40 Kilometer lange Strecke vom Flughafen zum Hauptbahnhof seien voll im Zeitplan. Das Raumordnungsverfahren werde noch im Sommer angeschoben.

Die Bayern sehen den Vorteil ihrer Strecke vor allem darin, dass sie nach den Berechnungen bei einem Fahrpreis von 25 DM wirtschaftlich betrieben werden kann. In Nordrhein-Westfalen dagegen müsste der Transrapid zu weitaus niedrigeren Nahverkehrstarifen fahren. Der Münchener Flughafen weist die höchsten Wachstumsraten in Deutschland auf - mit steigenden Verkehrsproblemen bei der Zufahrt. Die Transrapid-Fahrzeit würde bei zehn Minuten gegenüber 40 Minuten mit der S-Bahn liegen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%