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Clement will Opel-Sanierung ohne betriebsbedingte Kündigungen

Die Sanierung des Opel-Konzerns muss nach Ansicht von Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) ohne betriebsbedingte Kündigungen ablaufen. Es gehe nun um einen einvernehmlichen Weg, um die jährliche Kostenreduzierung von 500 Mill. Euro bis 2006 zu erreichen.

dpa-afx BERLIN. Die Sanierung des Opel-Konzerns muss nach Ansicht von Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) ohne betriebsbedingte Kündigungen ablaufen. Es gehe nun um einen einvernehmlichen Weg, um die jährliche Kostenreduzierung von 500 Mill. Euro bis 2006 zu erreichen. "Ganz sicher ist das auch möglich ohne betriebsbedingte Kündigungen", sagte Clement am Donnerstag dem Nachrichtensender n-tv. Es sei zu hoffen, dass sich die Vorstände wie bei Karstadt-Quelle an den Kostensenkungsprogrammen beteiligen. Den von General Motors Co. (GM) vorgelegten Sanierungsplan bezeichnete der Minister als "rabiates Programm".

Die angekündigten Stellenstreichungen markieren nach Auffassung Clements erst den Anfang der Verhandlungen zwischen Unternehmensleitung, Betriebsräten und Gewerkschaften. Jetzt komme es darauf an, dass man gemeinsam ein Lösung suche. Clement bekräftigte, Opel Europa sei ohne den Markt Deutschland nicht vorstellbar. Allein Nordrhein-Westfalen sei als Opel-Markt sieben mal so stark wie der schwedische Markt, sagte Clement. In den Standort Rüsselsheim seien in den vergangenen Jahren 720 Mill. Euro investiert worden. "Es gibt keine bessere Infrastruktur als in Rüsselsheim - zu Lande, zu Wasser, zu Luft und auf der Schiene."

Die wirtschaftspolitische Sprecherin der Unionsbundestagsfraktion Dagmar G. Wöhrl (CSU) gab der rot-grünen Regierung eine Mitschuld an den Krisen bei Opel und Karstadt-Quelle. "Es hilft nichts, wenn Minister Clement hier versucht, den Feuerwehrmann zu spielen. Durch das rot-grüne Missmanagement ist unser Standort in eine schwere Krise geraten. Wir brauchen dringend einen wirtschaftspolitischen Sanierungsplan für die Deutschland AG."

Ähnlich äußerte sich FDP-Chef Guido Westerwelle, der Opel und Karstadt als "Spitze eines Eisberges" bezeichnete. "Schon heute verlieren wir jeden Tag 1 000 Arbeitsplätze in Deutschland. Die meisten Fälle sind nicht so spektakulär wie Opel oder Karstadt, aber sie sind für unzählige kleine und mittlere Unternehmen und ihre Beschäftigten nicht weniger dramatisch." Notwendig sei eine neue Wirtschaftspolitik, die auf Wachstum setze und dem schleichenden Abzug von Arbeitsplätzen entgegensteuere.

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