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“Clicks and Mortar” – New und Old Economy arbeiten Hand in Hand

Online-Offline-Koooperationen sind in den USA derzeit im Gespräch. Die Konzepte der Unternehmen sind allerdings sehr verschieden.

Noch vor einem Jahr war der Begriff "Clicks and Mortar", zu Deutsch: "Klicks und Mörtel", weitgehend unbekannt. Inzwischen beherrscht er in den USA die Diskussionen, wenn vom Zusammenspiel von Online- und Offlinewelt die Rede ist.



Geprägt hat das Wortpaar David Pottruck, Präsident und Co-CEO beim Finanzdienstleister Charles Schwab & Co. Er berichtete im Sommer vergangenen Jahres auf einer Internetkonferenz über den großen Erfolg, den seine Firma der Koordinierung von Online- und Offline-Dienstleistungen verdankt. Schwabs Konzept: Der Kunde darf selbst entscheiden, wie er seine Aufträge abwickeln möchte: via Internet, per Telefon oder auch persönlich in einer der Filialen. Der Erfolg gibt Schwab bislang Recht. Der Finanzdienstleister hat sich zum weltweit größten Internet-Broker gemausert.



Der Erfolg hinterlässt aber nicht nur im Web seine Spuren. Auch die Zahl der Filialen untermauerte das Wachstum: Innerhalb von fünf Jahren legte die Zahl der Fililaen von 225 auf heute nahezu 360 zu.



Besonders viel Aufmerksamkeit nicht nur in den US-amerikanischen Medien erregte die am 10. August bekannt gewordene Partnerschaft zwischen dem Internet-Kaufhaus Amazon und dem Online-Ableger des Spielwarenhändlers Toys R Us. Im Herbst wollen die beiden Unternehmen ihre Spielwarenläden im Internet zu einem gemeinsamen Geschäft zusammenfassen. Amazon kooperiert zum ersten Mal mit einem traditionellen Einzelhändler. Das junge Versandhaus will vor allem vom Know-how des Spielzeugladens in Einkauf und Lagerhaltung profitieren. Toys R Us wiederum setzt auf die Erfahrung, die Amazon im Onlinehandel erworben hat.



Die Konkurrenz müht sich unterdessen, den Anschluss zu wahren. Buchhändler Barnes & Noble hat Online- und Offline-Aktivitäten unter einem Dach. Der Kunde kann online nach dem nächstgelegenen Barnes & Noble Buchladen suchen und sich via Internet auch über anstehende Veranstaltungen wie z.B. Autorenlesungen informieren. Die Verknüpfung ist noch nicht weit fortgeschritten: Noch ist es nicht einmal möglich, online das Inventar der Läden abzufragen oder sich ein Buch zurücklegen zu lassen.



Die Bekleidungskette Gap verknüpft Innternet-Angebot und Filialgeschäft mit finanziellen Anreizen: Wer für 100 § auf der Gap.com-Webseite einkauft, erhält einen Gutscheint in Höhe von 20 $. Und diesen Gutschein kann der Kunde dann natürlich sowohl online als auch in Gap-Geschäften einlösen.



Während Barnes & Noble, Gap oder Schwab sich in erster Linie auf eine Abstimmung der eigenen Offline- und Online-Aktivitäten konzentrieren, setzen immer mehr Firmen auch auf branchenfremde Lösungen, die sich im Alltag dennoch sinnvoll ergänzen.



So haben der führende Kaffee-Einzelhändler und Kaffeehausbetreiber Starbucks und die Internet-Lieferservice Kozmo.com eine Partnerschaft besiegelt. Kozmo.com ist ein Internet-Heim-Lieferdienst, der seinen Kunden in fünf US-Großstädten Videofilme, CDs, Bücher, Magazine und Snacks nach Hause bringt - und das innerhalb von nur einer Stunde. Neben gegenseitiger Werbung - online wie offline - werden in den Starbucksfilialen "Briefkästen" aufgestellt; auf diese Weise können die Kunden beim Kaffeetrinken auch noch die Videokasetten zurückgeben. Im Gegenzug sind dieStarbucks-Produkte auf der Homepage von Kozmo.com erhältlich.



Ähnliches hat sich Urbanfetch.com, ebenfalls ein Schnell-Lieferdienst und damit ein Konkurrent von Kozmo.com in New York, überlegt. Durch eine Zusammenarbeit mit dem Kosmetikhändler Sephora bietet Urbanfetch.com seinen Kunden nun auch Schönheitsprodukte an.



Cross-Marketing mit eigener Währung



Eine neuen Ansatz bringt der 1999 gegründete Start-Up SoftCoin in die Online-Offline-Landschaft. SoftCoin vertreibt eine in Karten verbriefte eigene Währung. Die Karten funktionieren wie Gutscheine: Sie werden an Markenprodukten im Handel platziert und können von den Kunden dann online auf der SoftCoin-Webseite für Produkte und Dienstleistungen eingelöst werden.So ist z. Zt. beispielsweise einem Kosmetikprodukt von Procter & Gamble ein Gutschein beigefügt, der bei den Online-Läden GourmetMarket.com und ProFlowers.com eingelöst werden kann.



Die nächste Welle der Kooperationen wird spätestens dann anrollen, wenn sich gezeigt hat, welche Kooperationsformen für die Unternehmen am meisten Synergie sicher stellen.

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