Clinton gegen Obama
Nur ein Zwischenstopp im Endlos-Wahlkampf

Das Rennen zwischen Obama und Clinton wird wohl erst auf der Zielgrade entschieden, der monatelange Vorwahlkampf hat beide Lager eine Menge Kraft gekostet. Im Vorfeld der aktuellen Wahlen in North Carolina und Indiana sind die Inhalte noch weiter in den Hintergrund gerückt.

WASHINGTON. Immer wieder hatte das Wahlkampfteam von Barack Obama in den vergangenen Wochen gehofft, endlich das kräftezehrende Rennen um die demokratische Präsidentschaft beenden zu können. Doch der entscheidende Sieg gelang weder in Ohio noch in Pennsylvania. Und bei den heutigen Wahlen in North Carolina und Indiana deutet ebenfalls nichts darauf hin, dass am Morgen nach der Wahl feststeht, wer als demokratischer Bewerber gegen den Republikaner John McCain antritt. „Ich bin sicher, dass Senatorin Clinton bis zum Ende im Rennen bleibt“, sagte Barack Obama etwas desillusioniert am Sonntag. Glaubt man den Umfragen, dann wird auch dieser Dienstag nicht die Wende im Rennen der Kandidaten bringen.

Sehr wahrscheinlich wird Barack Obama North Carolina gewinnen und Hillary Clinton Indiana. North Carolina mit seinem hohen Anteil an Afro-Amerikanern dürfte dem Senator aus Illinois kaum zu nehmen sein. Und Indiana, überwiegend weiß und mit einem eher niedrigen jährlichen Haushaltseinkommen von durchschnittlich rund 37 000 Dollar, entspricht dem Profil von Hillary.

Am Abend der Wahl werden deshalb beide erneut für sich reklamieren, wie gut sie jeweils geeignet seien, am 4. November die Trophäe der Präsidentschaft für die Demokraten zu holen. Hillary wird geltend machen, dass nur sie die Arbeiterschaft auf die Seite der Demokraten ziehen kann. Und Obama wird darauf verweisen, dass ohne die Unterstützung der Schwarzen und der Jugend ebenfalls keine Wahlen zu gewinnen seien. Danach wird sich der Wahlkampf weiterschleppen bis zum nächsten Vorwahl-Stopp in West Virginia am 13. Mai und in Kentucky und Oregon am 20. Mai.

Dass dies so kommen würde, hatten die Strategen von Barack Obama nach dem Super Tuesday am 5. Februar sogar vorausgesagt. In einem jetzt öffentlich gewordenen internen Memo hatten diese bis auf eine Ausnahme (Maine) den Ausgang aller bisherigen Vorwahlen richtig prophezeit. Doch nur schwer zu prognostizieren war die Dynamik der Diskussion über die Kandidaten. Seitdem sich Barack Obama mit den gefährlichen Einlassungen seines Pastors aus Chicago, Reverend Jeremiah Wright, auseinander setzen muss, ist ein Schatten auf seine Kandidatur gefallen. In allen Debatten schwingt seitdem die Frage mit, wie genau die amerikanische Öffentlichkeit eigentlich tatsächlich über den Senator aus Illinois Bescheid weiß.

Seite 1:

Nur ein Zwischenstopp im Endlos-Wahlkampf

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%