Clinton vs. Obama
Schlagabtausch mit Samthandschuhen

Großer Schlagabtausch vorm entscheidenden „Super Tuesday“. Die beiden Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der Demokratischen Partei, Hillary Clinton und Barack Obama, sind sich erstmals zu zweit in einem Fernsehduell gegenübergetreten. Kritisch ging das Publikum dabei vor allem mit einem der Kandidaten um.

HB LOS ANGELES. Der Senator aus Illinois und die Senatorin aus New York saßen bei der Diskussion im Kodak Theatre in Los Angeles, wo jedes Jahr die Oscars verliehen werden, direkt nebeneinander, wie auf einer Schulbank. Beide sagten in ihren ersten Worten, dass einer von ihnen der nächste US-Präsident sein werde.

Die Kontrahenten versuchten dabei, die Anhänger des zuvor ausgeschiedenen Bewerbers John Edwards für sich zu gewinnen. Die Diskussion vor dem entscheidenden Wahltag am Dienstag, bei dem in 22 US-Staaten Vorwahlen abgehalten werden, drehte sich zunächst um die Innenpolitik. Die Kontrahenten stritten um Fragen der Einwanderung, der Gesundheitsreform und auch der Wirtschaftspolitik.

Zur Irakpolitik sagte Obama: „Ich denke es ist wichtig, die Truppen so vorsichtig abzuziehen, wie sie scheinbar sorglos ins Land geschickt wurden“. Es gehe ihm auch darum, langfristig mit der Mentalität aufzuräumen, die Amerika in diesen Krieg verwickelt hatte. Clinton musste sich daraufhin ein Mal mehr für ihre damalige Zustimmung zum Irak-Krieg rechtfertigen. Auf Basis der Fakten, die heute bekannt sind, hätte sie damals anders entschieden, sagte sie. „Waren sie also naiv im Vertrauen auf Bush?“, fragte sie der Moderator des Nachrichtensenders CNN. „Nein, nein. Das war ich nicht“, antwortete Clinton resolut.

Clinton und Obama bemühten sich jedoch darum, sich nicht persönlich anzugreifen und Gemeinsamkeiten zu betonen. „Ich war vor dieser Kampagne mit Hillary Clinton befreundet. Und ich werde am Ende dieses Wahlkampfs mit Hillary Clinton befreundet sein“, sagte Obama. Clinton sagte, während sie eine Geste in Richtung Obama machte, „wir werden unser Land verändern“.

Clinton musste sich dabei auch kritische Fragen aus dem Publikum gefallen lassen. „Es sind immer die zwei gleichen Familien im Weißen Haus - Bush und Clinton. Wie können Sie da für Wandel stehen?“, fragte eine Zuschauerin per E-Mail. Sie bedauere auch, dass derzeit wieder ein Bush regiere, scherzte Clinton. Dass ihr Mann Präsident gewesen sei, habe ihr keinen Vorteil im Rennen um die Kandidatur gegeben, sagte Clinton. „Jeder soll nur aufgrund seiner eigenen Leistungen beurteilt werden“, forderte Clinton. Bill Clinton habe nach dem ersten Bush auf geräumt. „Vielleicht braucht es wieder einen Clinton, um nach Bush aufzuräumen“, sagte Clinton.

Beim Thema Immigration sagte Obama, es dürften nicht die Einwanderer zum Sündenbock für die Probleme des Landes gemacht werden, vielmehr sei die verfehlte Wirtschaftspolitik der Regierung von Präsident George W. Bush dafür verantwortlich. Clinton dagegen zeigte Verständnis für Forderungen nach Maßnahmen gegen illegale Arbeitskräfte. Ein von Obama befürwortetes Recht auf einen Führerschein für illegal Eingewanderte, der auch als Ausweis dient, lehnte Clinton ab.

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