Close Brothers: P&G-Angebot zu niedrig
Henkel nimmt P&G-Angebot an

Der Konsumgüterkonzern Henkel hat nach langem Zögern das Angebot des US-Konkurrenten Procter & Gamble für seine Wella-Anteile doch noch angenommen. Teile der Wella-Aktionäre lehnen die Kaufofferte jedoch weiter ab.

rtr FRANKFURT. Die Henkel KGaA habe für alle über eine Tochtergesellschaft gehaltenen 2206414 Stammaktien sowie 2428100 Vorzugsaktien der Wella AG das öffentliche Übernahmeangebot von Procter & Gamble angenommen, teilte Henkel am Freitagabend in einer Pflichtmitteilung mit. Henkel hatte sich früher vergeblich um Wella bemüht, doch letztlich hatte P&G den Zuschlag bekommen.

Die von der Investmentbank Close Brothers vertretenen Wella-Aktionäre lehnen indes die Übernahmeofferte des US-Konzerns Procter & Gamble (P&G) weiter als zu niedrig ab und wollen ihre Vorzugsaktien nicht verkaufen.

Die Gruppe, die gemeinsam rund 8,3 Mill. Wella-Vorzugsaktien besitze, halte das P&G-Angebot für nicht adäquat, teilte Close Brothers am Freitag mit. P&G hatten den Wella-Vorzugsaktionären weit weniger für ihre Titel geboten als den Besitzern der Stammaktien. Angesichts dessen werde die Gruppe von Aktionären ihre Anteile vor Ablauf der Angebotsfrist am 20. Juni um Mitternacht nicht andienen, hieß es. P&G hatte vom 6. bis 20. Juni eine verlängerte Frist für die Vorzugsaktien von Wella angeboten.

Um das 5,6 Mrd.? schwere Übernahmeangebot von P&G für den Darmstädter Haarpflegespezialisten Wella hat sich auf Grund der unterschiedlichen Offerten für Stamm- und Vorzugsaktien ein Streit entzündet. Der US-Konzern bietet mit 65? je Papier für die stimmrechtslosen Vorzugsaktien weniger als den Haltern der Stämme, die 92,25? je Anteil erhalten sollen. Die Offerte entspricht jedoch den geltenden rechtlichen Vorgaben. Auch der Henkel-Konzern, der sich erfolglos um Wella bemüht hatte, hatte das Angebot mehrfach als zu niedrig kritisiert. Der Konsumgüterkonzern hält 10,38% der Vorzugs- und 4,99% der Stammaktien.

P&G hält inzwischen zwar rund 90% der Stammaktien und damit die klare Mehrheit an dem Haarpflegespezialisten. Im März hatte sich P&G die Stammaktien der Wella-Familienaktionäre und damit 78% der Stimmrechte gesichert. Auf Grund der verhältnismäßig geringen Zuteilung von Vorzugsaktien dürfte P&G nach den bisher mitgeteilten Daten aber auf lediglich knapp zwei Drittel des gesamten Grundkapitals der Wella AG kommen. Damit wäre es dem US-Konzern bisher nicht möglich, Minderheitsaktionäre herauszudrängen ("Squeeze Out"), da die Amerikaner hierfür mindestens 95% am Wella-Grundkapital benötigen.

P&G hatte in der jüngsten Vergangenheit aber mehrfach betont, es komme ihnen nicht darauf an, 95% zu erreichen und Wella damit von der Börse nehmen zu können. Vielmehr ließen sich die strategischen Überlegungen auch mit den bisher erreichten Stimmenanteilen umsetzen.

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