Cloud Computing
Auf der Suche nach der passenden Wolkenform

Cloud Computing - IT nach dem Prinzip der Selbstbedienung - lockt auch kleine Firmen. Doch oft ist deren IT so speziell, dass sie bei günstigen Lösungen zögern. Die Anbieter tun alles, um die Bedenken zu zerstreuen.

DÜSSELDORF. Steve Ballmer hat klare Vorstellungen, wenn es um IT-Services aus dem weltweiten Netz geht. Cloud Computing erklärt er so: "Da wird ein Container angeliefert, in dem alle Rechner sind, man schließt ein Internetkabel an, den Strom und noch einen Gartenschlauch für die Kühlung. Fertig", schwärmte der Microsoft-Chef Anfang Oktober auf der Internationalen Cloud Computing Konferenz des IT-Branchenverbands Bitkom in Köln.

So mancher Zuhörer im ehemaligen E-Werk konnte sich bei diesen Worten ein leichtes Grinsen nicht verkneifen. Cloud Computing mag in den Augen der IT-Lieferanten der Heilsbringer überhaupt sein, die Realität sieht in den IT-Abteilungen der meisten Unternehmen anders aus.

Das zeigte sich kurze Zeit später, als auf der Bühne des E-Werks die IT-Chefs und Manager von IT-Konzernen über die wolkigen Visionen diskutierten. "Sicherlich ist Cloud ein interessanter Ansatz, keine Frage. Aber wie sieht es mit den Schnittstellen zu den existierenden Systemen aus? Wie verbinde ich diese beiden Welten? Das beschäftigt uns gerade", legte Stefanie Kemp, CIO der mittelständischen Vorwerk-Gruppe, den Finger in die Wunde.

Richtig ist: Cloud ist längst Realität in den Unternehmen, war es bereits, bevor die kreativen Marketing-Gurus der IT-Industrie diesen Begriff überhaupt erfunden hatten. "Cloud ist keine Revolution, es ist eher eine Evolution. Im Grunde genommen ist es nur eine andere Art des Sourcings, der Beschaffung von IT-Services", sagt Michael Eberhardt, Geschäftsführer von Hewlett-Packard (HP) Deutschland.

Möglich wurde Cloud, weil neue Technologien eine Art Selbstbedienung erlauben. "Über ein Portal kann man sich holen, was man braucht. Es ist keine aufwendige Konfiguration nötig, die Automatisierungstechnik übernimmt das", sagt Kurt Rindle, Bereichsleiter Dynamische Infrastrukturen und verantwortlich für das Cloud-Geschäft von IBM Deutschland.

Doch vom Status eines Heilsbringer ist die neue Art, sich IT zu beschaffen, weit entfernt. Erst langsam wandern erste Teile der Informationstechnik in die Wolke. Noch über Jahre werden die Unternehmen deshalb mit mehreren Parallelwelten leben müssen: der stationären IT, der IT aus der Wolke und der ebenfalls stark wachsenden mobilen IT. Diese Welten zu kombinieren und dabei sicherzustellen, dass alles funktioniert, ist eine Riesenherausforderung für die CIOs, gerade im Mittelstand, der mit knappen Ressourcen kämpft.

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