Cloud Computing
Guter Draht nach oben

Viele Unternehmen wollen die Vorteile von Cloud Computing gerne nutzen - vorausgesetzt, ihre Bedenken lassen sich sicher ausräumen. Kosten für die Anschaffung, den Betrieb und die Wartung von Servern, Software und Speichersystemen gehören der Vergangenheit an.

DÜSSELDORF. Krise war gestern, die meisten Firmen schalten wieder von Verteidigung auf Angriff um. Der Druck auf die IT-Abteilungen nimmt trotzdem nicht ab. Im Gegenteil: Die Informatiker müssen ihren Teil dazu beitragen, dass ihre Unternehmen im Aufschwung Marktanteile erobern und an den Konkurrenten vorbeiziehen können.

Vielen IT-Verantwortlichen kommt Cloud Computing da gerade recht. Das neue Konzept gibt den CIOs die Chance, sich noch mehr zu fokussieren. "Routineaufgaben und Bereiche, die uns keinen Wettbewerbsvorteil bringen, lagern wir zunehmend aus", sagt Jan Brecht, IT-Chef des Sportkonzerns Adidas. Stattdessen kümmern sich die gut 1000 Computer- und Softwarespezialisten des zweitgrößten Turnschuhproduzenten der Welt um Lösungen, mit denen sich die Franken von den Rivalen Nike und Puma absetzen können; neue Fitness-Apps für Smartphones zum Beispiel.

Hinter dem eher nebulösen Begriff Cloud Computing steckt eine im Grunde einfache Idee: Unternehmen beziehen Informationstechnik wie Strom aus der Steckdose. Sie greifen über das Internet auf Software, Computerleistung und Speicherplatz zu - bereitgestellt in Rechenzentren von Dienstleistern. Bezahlt wird nach Verbrauch und eingekauft wird dort, wo gerade Kapazitäten frei sind.

Mit Cloud Computing können Firmen ihre Kosten deutlich reduzieren. Doch das ist noch nicht einmal der größte Vorteil, denn sie werden so auch flexibler: Wenn das Geschäft gut läuft, können die Unternehmen kurzfristig Rechenkapazitäten und Software für neue Mitarbeiter anmieten - und ebenso zügig auch wieder abbestellen, wenn es sein muss.

"Die IT-Abteilungen sind gefordert, künftig schneller auf Schwankungen im Geschäftsverlauf zu reagieren", sagt Frank Strecker, der das Cloud-Geschäft des amerikanischen IT-Riesen IBM in Deutschland führt. Experten haben herausgefunden, dass in vielen Betrieben während der Krise ein großer Teil der IT-Ressourcen ungenutzt blieb, an den Kosten änderte sich jedoch fast nichts. In zahllosen Unternehmen gehörten die IT-Sparten zu den ganz wenigen Abteilungen, die keine Kurzarbeit hatten. Der Grund war für viele Geschäftsführer ein Schock: Fast alle IT-Spezialisten sind damit beschäftigt, die Systeme am Laufen zu halten. Zeit, um neue Anwendungen zu entwickeln oder die Abläufe auf Vordermann zu bringen, bleibt in den meisten IT-Organisationen bis heute kaum. Der größte Teil der Ausgaben sind deshalb Fixkosten.

Mit dem neuen Ansatz könnten sich die IT-Experten zumindest etwas mehr Luft verschaffen - finanziell, und was die Aufgaben des Personals angeht. Denn Cloud-Nutzer sparen sich die Wartung der Rechenzentren und brauchen sich um Updates der Software nicht mehr zu kümmern. Dazu kommen praktische Vorzüge: Durch den Zugriff übers Internet stehen Daten, Kalendereinträge oder E-Mails überall und zu jeder Zeit zur Verfügung. Das wird im Zeitalter mobiler Computer wie des populären iPads von Apple für viele Beschäftigte immer wichtiger.

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