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„Club“ überwindet Heimkomplex - 3:0 gegen Freiburg

Den Heimkomplex eindrucksvoll verdrängt, nach sechs Spielen ohne Sieg wieder drei Punkte gegen den direkten Wiederabstieg gesammelt: Mit dem wertvollen 3:0 gegen den schwachen SC Freiburg konnten Fans, Spieler und Verantwortliche des Fußball- Bundesligisten 1.

dpa NÜRNBERG. Den Heimkomplex eindrucksvoll verdrängt, nach sechs Spielen ohne Sieg wieder drei Punkte gegen den direkten Wiederabstieg gesammelt: Mit dem wertvollen 3:0 gegen den schwachen SC Freiburg konnten Fans, Spieler und Verantwortliche des Fußball- Bundesligisten 1. FC Nürnberg im vierten Anlauf endlich den ersten Heim-Erfolg der Saison feiern.

"Der Sieg war für uns alle, für die Fans und die Mannschaft eine große Erleichterung", brachte "Club"- Trainer Wolfgang Wolf die Glücksgefühle beim Aufsteiger auf den Punkt. Frust herrschte nach der Pleite dagegen bei den Gästen.

Zerfahren und ängstlich hatten beide Teams das Spiel vor 21 006 Zuschauern begonnen. Ausgerechnet Nürnbergs angeschlagener "Torschütze vom Dienst" läutete dann in der 26. Minute den Heimsieg ein: Marek Mintal, der mit angebrochener Rippe spielte, nutzte einen Abpraller zu seinem fünften Saisontor. Fortan wurden die Nürnberger selbstbewusster und kamen durch Robert Vittek (49.) und Markus Schroth (56.) zum verdienten Sieg, der auch im danach eingeschalteten Schongang gegen die harmlosen Gäste nicht in Gefahr geriet.

Frust herrschte beim SCF: "Wir haben heute einfach schlecht gespielt", meinte Torwart Richard Golz nach der zweiten Niederlage hintereinander gegen einen Aufsteiger und suchte erst gar nicht nach Ausreden für das schwache Auftreten. Trainer Volker Finke haderte mit dem Verletzungspech seines ersatzgeschwächten Teams - und mit dem Schiedsrichter: "Die Tore zwei und drei waren irregulär", klagte er.

Eitel Sonnenschein herrscht dagegen bei den Franken: "Das war längst überfällig", meinte der gerade wiedergewählte Präsident Michael A. Roth selbstbewusst. "Unsere Mannschaft ist besser als der Punktestand." Kapitän Tommy Larsen geriet gar ins Schwärmen: "Wir haben unser bestes Heimspiel gemacht und zeitweise herrlichen Fußball gespielt."

Doch allen war zugleich die große Erleichterung anzumerken. Beim letzten Heimauftritt hatten die "Club"-Spieler gegen Mit-Aufsteiger Arminia Bielefeld sang- und klanglos verloren - und mussten gellende Pfiffe der eigenen Fans über sich ergehen lassen. "Es war klar, dass wir endlich zu Hause gewinnen mussten", erklärte Trainer Wolf nach dem Erfolg. "Wir hatten einen sehr großen Druck."

Die kurioseste Szene des Spiels blieb "Club"-Torwart Raphael Schäfer vorbehalten: Bei einer Rettungstat schlug der 25-Jährige den Ball weit in die gegnerische Hälfte, Freiburgs Abwehr spekulierte vergebens auf Abseits und Schroth konnte unbehelligt sein erstes Bundesliga-Tor für den Aufsteiger erzielen. "Ich bin eigentlich eher fürs Verhindern zuständig als fürs Vorbereiten", scherzte Schäfer. "Aber der Ball musste ja weg", meinte er über seinen "Assist".

Den Gästen war dagegen nicht zum Spaßen zumute. "Es sieht halt von der Tabelle her relativ unglücklich aus", beschrieb Tobias Willi den Absturz in den Liga-Keller. Die von seinem Trainer als angeblich irregulär angeprangerten Tore wollte er aber nicht als Erklärung für die Pleite gelten lassen. "Der Schiedsrichter war sicher nicht schuld." Und Golz beurteilt die Ausgangslage so: "Alle Mannschaften ab Platz sechs spielen gegen den Abstieg. Und wir gehören dazu."

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