Clubchef wehrt sich gegen Rücktrittsgerichten
Gerüchte um Entmachtung von Niebaum

Seine Entmachtung scheint beschlossene Sache, doch Präsident Gerd Niebaum will nach 18-jähriger Regentschaft das Zepter bei Borussia Dortmund nicht aus der Hand geben.

HB DORTMUND. Energisch trat der 55 Jahre alte Clubchef des finanziell schwer angeschlagenen Fußball-Bundesligisten Berichten entgegen, wonach er auf Druck von Großaktionär Florian Homm bereits schriftlich zugesichert habe, mit dem Auslaufen der Amtsperiode im Jahr 2006 den Dienst als Geschäftsführer der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA zu quittieren. Einen früheren Abschied schloss Niebaum kategorisch aus. "Ich trete nicht zurück. Ich bin bis 2006 gewählt und brauche mich jetzt doch nicht darüber zu unterhalten, was in zwei Jahren ist", sagte der Jurist der "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (Montag-Ausgabe).

"Entmachtung in drei Schritten" titelte die "Süddeutsche Zeitung", "Niebaum - wie lange noch?" fragte das Fußball-Magazin "Kicker". Die Blätter berichteten am Montag, Homm habe das marode Unternehmen durch den Kauf des Löwenanteils (80 Prozent) der an der Börse platzierten neuen Aktien praktisch im Alleingang gerettet. Dafür habe sich der auf Mallorca lebende Fondsmanager und Neckermann-Erbe "offenbar" eine "Drei-Punkte-Erklärung" von Niebaum und Meier unterschreiben lassen. In dieser Vereinbarung habe sich Niebaum verpflichtet, "spätestens im Rahmen der Neuwahlen des Präsidiums im Jahr 2006" sein Amt "zur Verfügung zu stellen", hieß es. Zudem sei beschlossen, einen dritten Geschäftsführer für die Bereiche Finanzen und Controlling zu installieren. Meier hatte dies bereits auf der Bilanzpressekonferenz am Freitag nicht ausgeschlossen. "Wir sind nicht beratungsresistent."

Niebaum dementierte den angeblichen Drei-Punkte-Plan. Gegenüber der WAZ räumte er allerdings Gespräche mit Homm ein, der nach Angaben von "SZ" und "kicker" etwa 35 Prozent des gesamten BVB-Aktienpakets besitzen soll und erheblichen Einfluss auf die Neuausrichtung des Clubs nehmen wolle. "Selbstverständlich tauschen wir uns mit den Aktionären aus", meinte Rechtsanwalt Niebaum, der am Samstag einen Bericht von "Focus online" widersprochen hatte.

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