CNN-Kommentatorin unter den Opfern
Entführer waren nur mit Messern bewaffnet

Aus den in den USA entführten und mutmaßlich zu Terroranschlägen benutzten Passagierflugzeugen hat es nach Berichten amerikanischer Medien offenbar vor der Katastrophe noch Anrufe gegeben.

rtr WASHINGTON/PITTSBURGH. Der Sender CNN meldete in der Nacht zum Mittwoch, aus der Maschine, die wenig später auf das Pentagon in Washington abstürzte, habe eine CNN-Kommentatorin zwei Mal mit dem Handy ihren Mann angerufen und ihm mitgeteilt, das Flugzeug sei in der Hand von Entführern. Auch vor dem Absturz des mit 45 Menschen an Bord besetzten Verkehrsflugzeugs im Westen des US-Bundesstaates Pennsylvania hat es nach Angaben des örtlichen Notrufzentrums am Dienstag offenbar noch einen Hilferuf gegeben.

Rechtsanwalt Ted Olson berichtete CNN, seine Frau habe ihm mitgeteilt, die Maschine sei entführt, alle Passagiere und die Besatzung, der Pilot eingeschlossen, seien ins Heck der Maschine gezwungen worden. Über die Nationalität und die Motive der Entführer habe seine Frau nichts gesagt. Die Entführer seien nur mit Messern bewaffnet gewesen. "Was soll ich dem Piloten sagen, was er tun soll", habe seine Frau gesagt, "typisch für sie", sagte Olson. Das Gespräch sei plötzlich abgerissen. Eigentlich hatte Frau Olson am Montag fliegen wollen. Am Dienstag hatte ihr Mann Geburtstag, und deshalb wollte sie mit ihm frühstücken. CNN meldete, Barbara Olson sei tot. Bei dem offenbar gelenkten Absturz der Maschine in Washington war ein Teil des Verteidigungsministeriums in Flammen aufgegangen.

Aus dem Notrufzentrum in Pittsburgh verlautete am Abend, ein Mann habe aus der ebenfalls entführten Boeing 757 mit seinem Handy einen Notruf durchgegeben und mitgeteilt, die Maschine auf dem Flug von Newark in New Jersey nach San Francisco sei entführt worden. Der Mann habe gesagt, er habe sich auf der Toilette des Flugzeugs eingeschlossen. Der Anruf sei um 15.58 Uhr (MESZ) beim Notrufzentrum Westmoreland bei Pittsburgh eingegangen. Die Maschine stürzte um 16.06 Uhr (MESZ) südöstlich der Stadt Shanksville in ein Waldgebiet ab. Nach Angaben der örtlichen Behörden gab es keine Anzeichen für Überlebende.

Riesiges Trümmerfeld an Absturzstelle bei Pittsburgh

Das Flugzeug-Drama bei Pittsburgh spielte sich ab, nachdem kurz zuvor zwei andere, mutmaßlich von Terroristen entführte Passagier-Flugzeuge in die Zwillingstürme des World Trade Centers in New York hineingerast waren.

Der Sprecher konnte US-Medienberichte nicht bestätigen, wonach der Mann eine Explosion an Bord und weißen Rauch, bevor die Verbindung abriss. Die Telefonaufzeichnungen wurden der amerikanischen Bundespolizei FBI zur Auswertung übergeben.

Eine Behördensprecherin sagte, an der Absturzstelle befinde sich ein riesiges Trümmerfeld und ein großer Krater. An Bord dieser Maschine waren 38 Passagiere, fünf Flugbegleiter sowie der Pilot und der Co-Pilot. In ersten Meldungen war das Verkehrsflugzeug als ein Jumbo bezeichnet worden.

Ob der Absturz von Pittsburgh mit der Serie von Terroranschlägen in New York und Washington in Zusammenhang stand, blieb zunächst weiter unklar.

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