Coach Dieter Kollark nicht nominiert
Dietzsch-Trainer nur im Trainingslager

Als sie endgültig auf der Liste der 63 für Olympia nominierten Leichtathleten stand, reagierte Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch so: "Ich will trotz der gesundheitlichen Probleme nach wie vor nach Peking. Und ich finde es gut, dass man mir offen gelassen hat, dass ich nach der Wattenscheider Gala selbst entscheiden kann. Meine Chancen stehen derzeit 50:50. Und in den fünf Wochen bis zu meinem olympischen Wettkampf kann sich noch viel bewegen."

Ihr Trainer Dieter Kollark verzichtete dagegen auf seine Präsenz in Peking, wurde vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) nicht für die Nominierung vorgeschlagen. "Wir haben uns geeinigt, dass ich nicht mitfahre. Denn wenn Franka nicht mehr fit wird, würde ich einem anderen Trainer den Platz wegnehmen. Das wollte ich nicht", sagte der erfolgreichste deutsche Leichtathletik-Trainer seit der Wende im Trainingslager in Kienbaum.

Nach Medienberichten über die angebliche Weitergabe von Dopingmitteln durch Kollark an frühere DDR-Athleten vor fast 30 Jahren hatte der DLV laut Präsident Clemens Prokop Untersuchungen vor Anti-Doping- und Stasi-Kommission des Dosb beantragt.

"Keinen Plan, wie weit ich werfen kann"

Franka Dietzsch, die nach Bluthochdruck im Frühjahr an einer Fußverletzung laboriert, sagt zu ihrer Situation: "Es ist in diesem Jahr in der Welt keine Weite geworfen worden, die ich nicht auch werfen kann, wenn ich fit bin. Aber ich habe lange keinen Wurf mehr mit Drehung gemacht und habe keinen Plan, wie weit ich werfen kann. Vielleicht kann ich nicht mit Gold nach Hause kommen, aber mit einer vorderen Platzierung." Neben der Weltmeisterin wurde auch Hochspringer Raul Spank (Dresden/2,30) ebenfalls nach nur halb erfüllter Norm nominiert. Beim Saarbrücker Speerwerfer Alexander Vieweg und dem Leverkusener Hammerwerfer Markus Esser wurden verspätet erzielte Normerfüllungen noch berücksichtigt. Eine letzte Chance derhält der frühere Europacupsieger Filmon Ghirmai (Tübingen) noch am Sonntag über 3 000 m Hindernis beim Meeting im belgischen Heusden. DLV-Cheftrainer Jürgen Mallow: `63 Nominierte sind ein gutes Ergebnis, aus unserer Sicht traf das Dosb-Präsidium gute Entscheidungen. Dazu zählt auch, die Frist zur Normerfüllung um eine Woche zu verlängern. Dadurch haben Markus Esser und Alexander Vieweg ihre Norm zu 100 Prozent erfüllt. Und für die Nominierung von Raul Spank gab es gute Gründe. Er ist Achter der Weltrangliste, am Sonntag 20 Jahre alt geworden und U20-Vizeeuropameister.' Der Dosb habe entschieden, wie der DLV bei einer WM auch entschieden hätte. Filmon Ghirmai drücke er jetzt die Daumen. Vor vier Jahren waren 79 Leichtathleten für Athen nominiert. Mallow meinte weiter: `Wenn man sieht, dass wir für die WM in Osaka 61 Sportler nominiert hatten, von denen dann 60 an den Start gegangen sind und dort die Nominierungsanforderungen niedriger waren, dann ist das ein Ausdruck von gewachsener Leistungsstärke.' Trotz der Fragezeichen um Dietzsch und schwacher Leistungen der zweiten deutschen Weltmeisterin, Hammerwerferin Betty Heidler (Frankfurt/Main), sagt Mallow: `Ich glaube nach wie vor, dass wir das WM-Ergebnis von Osaka 2007 wiederholen können. Unser Team ist eine Mischung aus erfahrenen Athleten und jungen Leuten, an denen wir auch 2012 und an einigen 2016 viel Freude haben können.'

© SID

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